BUND Regionalverband Neckar-Alb
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Garten: Naturnah und torffrei :-)!

Naturnahe Gartengestaltung - Tipps und Ideen

Foto: Lupp

Endlich Frühling! Hier Vorschläge von BUND-Gruppen gegen "Sterilgrün" und für naturnahe, vielfältige Gärten und Balkone:

1. Der BUND OV Reutlinger Alb regt anhand dieser Pflanzenliste und bestimmter Kriterien (keine Pestizide, Mindestgröße usw.) zur "Selbstzertifizierung" des eigenen Gartens an. Vorschläge für ein Logo, mit dem der jeweilige Garten als vorbildlich ausgezeichnet werden kann, sind willkommen! Bei Fragen zu diesem Projekt gern an Waltraud Geiselhart w.geiselh(ad)t-online.de oder Gerd Hummel gcmc.hummel(ad)t-online.de wenden.

2. In diesem informativen Faltblatt des BUND Konstanz findet man zahlreiche Tipps zur naturnahen Gartengestaltung. Die dort genannte Forderung "Bitte keine Zuchtvarianten verwenden" muss man nicht wörtlich nehmen. Wichtig ist, dass es sich um Pflanzen handelt, deren Blüten und/ oder Spross Nahrung liefern und als Unterschlupf dienen können. Gefüllte, pollen-und nektarlose Zuchtrosen oder die sterilen Forsythien, um zwei Beispiele zu nennen, bieten dagegen keine Nahrung und gehören nicht in einen naturnahen, lebendigen Garten. Konkrete Pflanzvorschläge für Balkon und Blumenkasten gibt es hier.

3. Auch die BUND-Gruppe in Freiberg/ Neckar befasst sich unter dem Motto "Freiberg blüht auf" mit diesem Thema.

4. Die BUND-Gruppe Ammerbuch sammelt wiederum Ideen und Fotos für "Garten und Gemeinde anders" - nämlich naturnah :-)! Kontakt: bund.ammerbuch@bund.net
 

5. Der BUND Landesverband BW empfiehlt, bei Gemüse, Kräutern usw. auf "samenfeste" (Bio-)Sorten zu setzten anstatt Inzucht-Hybrid-Saatgut zu kaufen, das man nicht selbst vermehren kann.

 

Torf im Beet/ im Kasten? - Nein danke!

Und worin sollen Blüh- und Nutzpflanzen gedeihen? -  Handelsübliche Anzucht- oder Blumenerden bestehen oftmals aus bis zu 90% Torf.  

Torf entsteht unter Luftabschluss im Moor und wächst sehr langsam. In einem gesunden Moor entseht aus unvollständig zersetzten Pflanzenteilen 1 m Torf in etwa 1000 Jahren! In Deutschland werden jährlich etwa zehn Millionen Kubikmeter Torf verbraucht, rund zweieinhalb Millionen davon werden an deutsche Freizeitgärtner*innen verkauft. Deshalb kann der Bedarf schon lange nicht mehr nur aus deutschen Abbaugebieten gedeckt werden. Daher werden riesige Mengen an Torf, vorwiegend aus Hochmooren im Baltikum, Skandinavien und Irland nach Deutschland exportiert. Moorgebiete bieten Lebensraum für zahlreiche hochspezialisierte und bedrohte Pflanzen- und Tierarten (wie dem schmalblättrigen Wollgras, dem rundblättrigen Sonnentau oder der Libellenart Hochmoor-Mosaikjungfer). Des Weiteren stellen Moore durch die Zurückhaltung großer Mengen von Wasser einen natürlichen Wasserspeicher dar. Moorgebiete binden außerdem große Mengen an CO2, sie sind damit für den Klimaschutz unersetzlich.

Obwohl Torf als "Bodenverbesserungsmittel" vollständig durch Rindenhumus, Kompost, Kokosfasern oder durch den Anbau von Gründüngungspflanzen ersetzbar ist, werden im Handel nach wie vor hauptsächlich torfhaltige Blumenerden angeboten. Teilweise werden auch Blumenerden mit einem Torfanteil von 60-80% bereits als „torfreduziert“ verkauft. Deshalb gezielt nach "torffreier Blumenerde.“ fragen. Für kommunale und andere öffentliche Grünflächen sollte der Einsatz von Torf sowieso tabu sein!

Der einfachste und günstigste Weg, gute Blumenerde zu erhalten, ist der eigene Komposthaufen oder der Thermokomposter.

 

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