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BUND Regionalverband Neckar-Alb
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Informationsveranstaltung Biodiversitäts-Exploratorien

Am Donnerstag, den 23. Mai 2019 fand im Haupt- und Landgestüt Marbach eine spannende Informationsveranstaltung der Biodiversitäts-Exploratorien statt, bei der laufende Forschungsprojekte sowie die Ergebnisse der letzten Jahre vorgestellt wurden. Ergänzt wurden die Vorträge durch eine Exkursion zu den Untersuchungsstandorten. Und wie fast immer bei derartigen Veranstaltungen, wurde in den Pausen angeregt über die Vortragsthemen diskutiert.

Die "Biodiversitäts-Exploratorien" (aktuell im BSG Schwäbische Alb, im Nationalpark Heinich-Dün und im BSR Schorfheide-Chorin) verfolgen das Ziel, die biologische Vielfalt in großräumigen Landschaften zu erforschen. Hierfür wird einigen zentralen Fragestellungen nachgegangen, z.B. wie sich Landnutzung auf den Artenreichtum unterschiedlicher Organismen auswirken kann, welche Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Organismen stattfinden oder welche Rolle die Biodiversität für verschiedene Ökosystemprozesse (welche wiederum für den Menschen wichtig sind) spielt. Auch politikbezogene Vorschläge wurden gemacht, um den Trend zur Intensivierung und damit zur Verarmung von landwirtschaftlich genutzten Flächen zu stoppen. So ist z. B. die frühe und häufige Mahd großer Flächen, mit anschließender Aufbereitung (Quetschen oder Häckseln) und rascher Abräumung des Mähguts für Silage fatal für viele Insekten. Nicht rotierende Mäher, später gemähte "Rettungsinseln" auf der Fläche sowie Randstreifen erhöhen die Chance, dass mobilere Insekten und damit ihre Population überlebt. Ohne entsprechende Förderung bzw. Vorschriften werden Landwirt*innen allerdings kaum bereit sein, die Nutzungsintensivität für den Artenschutz zu verringern.
Ein weiteres Forschungsprojekt befasste sich mit der Bedeutung von landschaftlicher Heterogenität für die Biodiversität. (Erwartetes) Ergebnis: Mehr Heterogenität hat - mit wenigen Ausnahmen - eine größere Artenvielfalt zur Folge. Auch die wichtige Rolle eines aktiven Bodenlebens ist Forschungsgegenstand. Und bei einer sogenannten Soundscape-Studie wird versucht, die Biodiversität über akustische Signale zu ermitteln. Die Referentin erwähnte diese Seite mit beeindruckenden Hörbeispielen (allerdings nicht aus den Exploratorien).

Nach den Vorträgen am Vormittag ging es hinaus in den Wald und auf Wiesen bei Marbach, um  auch in der Praxis kennenzulernen. Die Teilnehmer*innen vorwiegend aus Behörden, Naturschutzverbänden und Forschungseinrichtungen besuchten einem der 50 Waldplots. Dort ging es um die Auswirkungen eines freigeschlagenem Baumkronendachs, die Beobachtung von Holzverottung und selbst der Verwesungsprozess eines Schweins und die daran beteiligten Organismen wurden untersucht. All das mit der Frage im Hinterkopf, ob und wie sich Biodiversität auf diese Prozesse und Experimente auswirkt.
Auf dem ersten Wiesenplot wurde mit einer Drohne die Wärmestrahlung ermittelt. Mit diesen Daten, sowie denen zur Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und weiteren Parametern kann die Verdunstung berechnet und zwischen Wiesen mit hoher und niedriger Artenvielfalt verglichen werden. Im zweiten Plot wird der Einfluss von Störungen und Einsaat auf die Pflanzenvielfalt untersucht; das Ergebnis: Störung und Einsaat erhöhen die Artenvielfalt am stärksten.

 

Selina Schwarzbach und Timo Dreher

 

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