BUND Regionalverband Neckar-Alb
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Pressemitteilung
Mai 2020

Mitglieder von Greenpeace, ADFC und VCD Tübingen, dem UWZ Tübingen und dem BUND RV Neckar-Alb richten am Samstag, den 30. Mai in der Wilhelmstraße einen so genannten Pop-up Radweg ein: Die rechte Spur der Wilhelmstraße wird im Bereich vor dem Clubhaus bis zur Einmündung Keplerstraße vorübergehend vom Autoverkehr mit Blumentöpfen abgetrennt. Radfahrende sind von 11 bis 13 Uhr herzlich eingeladen, den Radweg unter Berücksichtigung des Sicherheitsabstandes zu nutzen.

Hintergrund der Aktion: Eine am 19. Mai 2020 veröffentlichte Greenpeace-Studie warnt vor einem Verkehrskollaps in Städten als Folge der Corona-Krise. Denn aus Sorge vor Ansteckung wollen viele Menschen auch mittelfristig öffentliche Verkehrsmittel meiden, womit ein Anstieg des Autoverkehrs droht (online unter act.gp/3cJVXlB). „Um Menschen in der Corona-Krise zu schützen, müssen Städte mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger freigeben“, sagt Ulrike Beck von Greenpeace Tübingen. „Die rechtlichen Möglichkeiten für sichere Radwege sind da, die Errichtung ist kostengünstig. Was fehlt ist der politische Wille“. Die Einrichtung von "Pop-Up Radwegen" oder Spielstraßen ist schnell umsetzbar, rechtlich für Städte möglich und kostengünstig.

Im Rahmen des Stadtradeln 2018 konnten Bürger*innen konfliktträchtige Stellen und Radverbindungen nennen. Die Stadtverwaltung Tübingen sagte damals zu, die Meldungen zu bearbeiten und leicht behebbare Problemstellen zu entschärfen. Um sicheres Radfahren in Tübingen und den Teilorten zu ermöglichen, wären diese Maßnahmen ähnlich wichtig wie die Großprojekte „Radbrücken“. Aber während z. B. die Stadt Reutlingen unter Einbeziehung der Umweltverbände an der Realisierung ihres <a href="https://www.reutlingen.de/de/Leben-in-Reutlingen/Umwelt-Verkehr/Verkehr/Masterplan-Radverkehr" target="_blank">Masterplans Radverkehr arbeitet, scheint in Tübingen der für den Klimaschutz wichtige, flächendeckend sichere Radverbindungen und auch die Kommunikation mit Bürger*innen und Verbänden zu diesem Thema ausgebremst. „Damit Corona nicht die Verkehrswende infiziert, muss Tübingen verhindern, dass Menschen wieder in Autos gezwungen werden.“ sagt Gernot Epple, Vorstand des ADFC Tübingen. „Das ist eine riesige Chance, um beim Umstieg auf sichere, saubere und klimafreundliche Verkehrsmittel voran zu kommen“ ergänzt Walter Heim, Stellv. Vors. des VCD Tübingen.
Barbara Lupp, Regionalgeschäftsführerin des BUND Neckar-Alb konstatiert: „Es wäre tragisch, wenn durch Corona-Krise die Verkehrswende und somit der Klimaschutz und bessere Lebensbedingungen in den Städten ausgebremst würden. Zahlreiche Studien zeigen, dass durch Abgase belastete Atemluft die Lunge sowie das Herz-Kreislaufsystem schwächen können.”
Um den CO2-Ausstoß auf den Straßen zu verringern, empfahlen zuletzt auch die Regierungsberater des Sachverständigenrats für Umweltfragen, Radfahrende und Fußgänger zu stärken und Autoverkehr in Städten unattraktiver zu machen.

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