BUND Regionalverband Neckar-Alb
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Autobahn-B28-Kleeblatt bei Rottenburg

Leserbrief (November 2021)

Foto (Lupp) zur Tag-des-Bodens-Mitmachaktion (Link zur Aktion: Klick auf's Bild)

Bezug: Bericht des Schwäbischen Tagblatts

"Alle haben darauf gewartet." Wer ist "alle"? Straßenaus- und Neubau ist nicht per se, wie von der AutobahnAG-Vertreterin suggeriert, eine Klimaschutzmaßnahme, sondern führt erfahrungsgemäß zu mehr Verkehrbelastung auf nicht ausgebauten Straßenabschnitten oder auf Zubringerstraßen. Dies ist z.B. "schön" an den B28 vor/ in Tübingen zu beobachten: Zu Stoßzeiten Vollstau!
Erfreulich, dass das Land bei zukünftigen Planungen den Klimaschutz berücksichtigen will. Ich bezweifle jedoch, dass das das Argument "Klimaschutz" ein einziges Straßenbauprojekt stoppen wird. Steht doch im grün-schwarzen Koaltionsvertrag:"Die Umsetzungskonzeption der Landesregierung für die Projekte des Bundesverkehrswegeplans im Straßenbau hat sich bewährt und Vertrauen geschaffen. Wir werden die Projekte ... im stetigen Austausch mit dem Bund umsetzen." Verkehrswende fördern, Steuermittel sparen? - Nach uns, im Ländle wird mit Mrd. an Euro eine rückwärtsgewandte Verkehrspolitik zementiert!
Übrigens gleichen Maßnahmen wie verlagern ehemals funktionstüchtigen Oberbodens oder bepflanzen von Verkehrsinseln diesen Eingriff vielleicht formal jedoch kaum "in echt" aus. Auch für die Naherholung ging diese jetzt zerschnittene und verlärmte Landschaft entlang der B28neu (und entlang der A81 sowieso) verloren.
Der BUND kritisiert außerdem die erst nach(!) dem Planfeststellungsbeschluss und de facto ohne Ausgleich beschlossene, vierte Fahrspur.

                                                                                              Barbara Lupp, BUND RV Neckar-Alb


 

Es tut sich etwas beim Verkehr im Neckartal

- im positiven und im negativen Sinne

L 370 in Tübingen-Bühl (August 2021) - wann kommt der Rückbau?

Stellungnahme des BUND OV Rottenburg vom August 2021 zur kurzfristigen Planänderung für einen zusätzlichen Fahrstreifen am Knoten Rottenburg, Auszug:

"... Eine allgemeine und pauschalisierte Bewertung der Maßnahme (zusätzlicher Fahrstreifen) als „Leistungsverbesserung“ wird im Plan nicht näher begründet. Der zusätzliche Flächenverbrauch von ca. 50 Ar steht nach Auffassung des BUND in keinem Verhältnis zu der nicht näher ausgeführten verkehrlichen Verbesserung. Die durch die laufenden Baumaßnahmen bereits jetzt vorliegende Versiegelung wird ohne ausreichende Begründung beantragt. Eine Kompensation des Eingriffes durch die zusätzliche Versiegelung wird in der Vorgabe nicht benannt...."


Leserbrief BUND RV Neckar-Alb/ Lupp vom September 2021
zum geplanten Rückbau der L 370 (zumindest) in Kiebingen
Bezug: Tagblattbericht

Im Planfeststellungsbeschluss zum Neubau der B28 wurde der Rückbau der L 370 verbindlich festgelegt. Weil der Bau der B28 voranschritt, die Behörden des Regierungspräsidiums (RP), der Städte Tübingen und Rottenburg jedoch keinerlei Planungen zum Rückbau der Landstraße vorlegen konnten, fragte der BUND wiederholt nach. Zumal die Verkehrsbelastung auf der L 370 - theoretisch eine gute Radschnellverbindung - trotz neuer B bis Bühl kaum abnahm. Umso erfreulicher, dass Kiebingen jetzt die bürger- und umweltfreundliche Umgestaltung angeht. Auch das RP hat dem BUND jüngst zugesagt, den Rückbau der L370 zeitnah in Angriff zu nehmen. Fehlen noch die Teilorte Tübingens. Die städtische Verkehrsabteilung teilte zwar Anfang 2021 mit, dass man dafür keine Planungskapazitäten habe - aber ich hoffe nicht , dass Tübingen seine Bürger*innen im Abgas-Lärm stehen lassen wird!

Dann fehlt "nur" noch der zweispurige Ausbau der Regionalstadtbahn im oberen Neckartal und die Innenstadtstrecke sowie eine pendlertaugliche Radverbindung um die negativen Folgen des B28-Neubaus teilweise zu kompensieren - selbst wenn das RP kurzfristig zur "Leistungssteigerung" bei Rottenburg einen weiteren Fahrstreifen plant.

 


 

Hier die gesamte Stellungnahme.


Der B28-Neubau im Neckartal schreitet voran...

...doch was ist mit dem verpflichtenden Rückbau der L370? - Vorschlag "Radvorrangweg"

B28-Zubringer-Landschaft bei Rottenburg (Foto:Lupp)

Nachdem Telefonate mit Behördenvertretern über Monate hinweg zwar nett und informativ waren, diese aber die Frage des Rückbaus nicht ausreichend beantworteten, stellte der BUND Mitte September 2020 eine Anfrage nach Umweltinformationsgesetz (UIG). Die Antwort des Regierungspräsidiums Tübingens im Oktober konnte die Frage des Rückbaus sowie weiterer Ausgleichsmaßnahmen nicht zufriedenstellend beantworten, sodass der BUND eine zweite Anfrage an das RP stellte. Mitte November erhielt der BUND die Antwort auf die zweite Anfrage. Im Gegensatz zu den Städten Tübingen und Rottenburg gibt sich das RP aufgrund unserer UIG-Anfrage also Mühe - was nicht heißt, dass der Rückbau und einige andere Ausgleichsmaßnahmen in absehbarer Zeit stattfinden. Denn: "Das BNatSchG und auch der Planfeststellungsbeschluss zur B 28 geben keine konkrete Frist vor". Unverständlich: Eingriff jetzt, Ausgleichs- und Minderungsmaßnahmen irgendwann?

Update Februar 2021: Nach wiederholtem Nachhaken nach UIG bequemte sich auch die Stadtverwaltung Rottenburg zu eine Rückmeldung: Man wolle nach Abstimmung mit verschiedenen Gremien (darunter dem Ortschaftsrat Kiebingen) 2023 den Rückbau in Angriff nehmen. Zuletzt reagierte Tübingen - kurzgefasst: Keine Personalkapazität, daraus folgt: Keine Rückbau-/ Umbauplanungen.


 

B28 - Zerschneidung ohne Grünbrücke?

Stellungnahme des BUND RV Neckar-Alb

Unsere Stellungnahme


 

B 28 neu durchs Neckartal - Nichts Neues in der Verkehrspolitik

Leserbrief zum Spatenstich

Leserbrief (2015) zum Spatenstichs des neuen B28-Teilabschnitts zwischen Tübingen und Rottenburg:

Natürlich wird der Neubau der B28 die bestehenden Straßen durchs Neckartal über Jahre entlasten und die Wohnqualität u. a. in Hirschau erheblich steigern. Allerdings mit den im Kommentar von G. Fleischer gut dargelegten "Nebenwirkungen": Verlust von landwirtschaftlicher Fläche,  von Habitaten (auch wenn sich ein Planungsbüro im Auftrag des RP Tübingen bemüht, die Folgen dieser Verkehrsschneise zumindest für flugfähige Arten zu mindern), Entwertung eines beliebten Naherholungsgebietes, usw. Das bewährte Fotomotiv von schaufelschwingenden Politikern fordert die durch Studien untermauerten Sätze "Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten" und "Verkehr fällt nicht vom Himmel, Verkehr wird erzeugt" geradezu heraus. Dies lässt sich z. B. "schön" an den Umfahrungen von Metzingen und Pfullingen zeigen, denn sie verändern das Fahrverhalten: Am Wochenende schnell 'mal auf die Alb? Die LKW-Maut auf der A8 vermeiden? Gewerbe verlagern? Im Grünen wohnen und in die Stadt pendeln? Dank gut ausgebauter Umgehungsstraßen kein Problem...wenn da nur nicht die Flaschenhalsorte u. a.  am Albtrauf wären! Ein Flaschenhals der neuen B28 wird Tübingen sein und die Belastung der jetzt schon durch Lärm und Luftverschmutzung beeinträchtigten Stadtgebiete wird zunehmen. Der Wunsch von OB Palmer "...Straße bauen, (anschließend) Autos wieder runterholen". Wie, durch Umerziehung? - Erscheint realitätsfern. Und der Ausbau des öffentlichen Verkehrs hinkt wie so oft hinterher.

Barbara Lupp 

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