Exkursion im Weinberg (Foto: Lupp)
Referent*innen des BUND Landesverbandes und der BUND OV Weinstadt organisierten eine Veranstaltung zum Thema Weinbau in der Remstalkellnerei. Anlass: Der Weinanbau steckt in der Krise. Denn trotz maschineller Bearbeitung ist der Arbeitsaufwand immer noch vergleichsweise hoch - und das bei sinkendem Absatz. Ein weiterer Grund ist der Klimawandel mit einer Zunahme von Extremwetterlagen, inklusive neuer Schädlinge wie der Kirschessigfliege.
Mitglieder der Zukunftsstiftung Remstal stellten ihre Konzepte vor, damit Weinberg- und auch Streuobstlandschaften nicht brachfallen sondern eine Zukunft haben. Anschließend besuchten die Teilnehmer*innen (vier davon aus unserer Region) das Bioweingut Klopfer, welches das Konzept "Vitiforst" in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt HfWU sowie weitere Methoden testet, um den Weinbau klimaresilienter und biodiversitätsfördernder zu machen. Ein kurzer Videoclip auf Youtube zeigt mögliche Maßnahmen im „Schnelldurchlauf“.
Ironie der Geschichte? - Während vor einigen Jahrzehnten Weinberge mit viel Steuergeldern maschinengerecht flurbereinigt und damit Hecken, Klingen, Mauern und andere, für geschützte Arten wie Schlingnatter oder Ödlandschrecke wichtige Sonderstrukturen beseitigt wurden, werden diese Eingriffe jetzt - teils wieder mit Steuer- oder Stiftungsmitteln - “zurückabgewickelt”.
In der BUND AG Naturschutz wird ein Fachpapier zum Thema erarbeitet. Darin wird es auch um möglichen Alternativen bzw. Ergänzungen wie der Anbau von Pfirsichen, von Oliven und Kräutern, wie Beweidung oder die Installation von PV-Anlagen in Weinbergen gehen.