Gewässerschutz bei Trockenheit und Hitze

22. Juni 2026 | Flüsse & Gewässer, RV-Neckar-Alb, Klimawandel

Viele der Oberflächengewässer leiden aktuell unter anhaltender Hitze und fehlenden Niederschlägen. Auf die Entnahme von Wasser aus Bächen oder Tümpeln sollte daher unbedingt verzichtet werden. Auch unsere Grund (Trink-)wasservorräte sind begrenzt.

Foto eines schmalen Baches in einem Wald. Das Bachbett ist breiter als der Wasserstand. Niedrigwasser am Bühler Talbach 2026 (Foto: Lupp)

Im Lagebericht vom 22. Juni 2026 meldet das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg an 15 % der Pegelmesstellen in unseren Gewässern extrem niedrige Wasserstände und an weiteren 33 % sehr niedrige Wasserstände. Dadurch sind insbesondere kleine, naturnahe Bäche, die nicht von gereinigten Abwässern aus Kläranlagen gespeist werden, akut gefährdet. Geschütze Tierarten wie der Steinkrebs oder die Steinfliege leiden unter Wassermangel sowie Sauerstoffmangel durch Überhitzung ihres Lebensraums.

Durch die Klimakrise werden derart heiße und trockene Perioden im Wechsel mit Starkniederschlägen zunehmen (s. auch Deutscher Atlas der Klimaextreme (2025)). Deshalb muss mit der Ressource Wasser sparsam und umsichtig umgegangen werden, so Barbara Lupp vom BUND Regionalverband Neckar-Alb. Dazu zählt, auf die Wasserentnahme für Tierhaltung, zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen, für Gärten, zur Bewässerung von Sportplätzen usw. zu verzichten um die ohnehin angespannte Gewässersituation nicht zusätzlich zu verschärfen.

Der BUND fordert die für Gewässer und Wassernutzung zuständigen Behörden und Institutionen wie z. B. Stadtwerke dazu auf, auch durch eine engagierte Medienarbeit Bürger*innen, Kommunalvertreter*innen, Landwirtschaftsverbände und Vereine über die Problematik und über mögliche Gegenmaßnahmen zur informieren. So könnte eine mit wenig bürokratischem Aufwand verbundene Förderung des Einbaus von Zisternen oder anderen Wasserspeichern neben einer reduzierten Niederschlagsgebühr dazu motivieren, eigenständig gespeichertes Regenwasser anstatt Wasser aus Oberflächengewässern zu nutzen oder wertvolles Trinkwasser  - das ebenfalls aus Oberflächengewässern und aus teils gefährdeten Grundwasserspeichern stammt - für die Bewässerung zu verschwenden.
Wenn man die ökologischen und volkswirtschaftlichen Schäden durch Hochwasser bzw. durch Wassermangel bedenkt, dann wäre ein Förderung derartiger Maßnahmen (neben großen Zielen wie "Schwammstädte und -landschaften") vergleichsweise günstig.

Weitere Informationen:
- Hinweise des Zollernalbkreis und des Landkreises Tübingen zur Einschränkung der Wasserentnahme vom Juni 2026

- Unsere Pressemitteilung von 2023, die leider nichts an Aktualität verloren hat: "Zu trocken, zu heiß - und ab und zu ein Starkregen: Was tun?
Vorschläge des BUND Neckar-Alb zur Klimaanpassung"

- Tipps des BUND Landesverbandes:

- Im Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums wird die Auswirkung (fehlenden) Niederschlags auf Boden und Vegetation kontinuierlich aktualisiert.

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