Garten winterfest machen und Igel & Co beim Überwintern helfen

03. November 2025 | RV-Neckar-Alb

Stauden stehen lassen (Foto: Lupp)

Im Herbst werden Beete und Grünflächen üblicherweise "aufgeräumt". Manchmal scheint es geradezu einen Wettbewerb unter Nachbar*innen zu geben: Wer hat den saubersten und ordentlichsten Garten? Dabei hat es gleich mehrere Vorteile, wenn man seinen Garten naturnah winterfest macht:
- Grundsätzlich gilt: Alle Biomasse ist wertvoller Dünger und Lebensraum. Pflanzenmaterial sollte weitgehend im Kreislauf des Gartens verbleiben anstatt abtransportiert oder gar verbrannt zu werden. Im Wald oder anderen naturnahen Lebensräumen findet ja schließlich auch keine Kehrwoche statt, sondern herabgefallene Blätter, Stängel und Ästchen werden von Regenwürmern, Pilzen und anderen Bodenlebewesen abgebaut und zu natürlichem Dünger für Kräuter, Sträucher und Bäume umgewandelt.

- Mit von Grünflächen grob zusammenrechtem Herbstlaub und Ästen lässt sich in passenden Ecken ein Reisighaufen anlegen. Dieser dient als Winterrefugium für Igel, Vögel, Insekten und andere Tiere und das "Haufen bauen" ist eine Gartenarbeit, bei der Kinder gerne helfen! Das Material zersetzt sich mit der Zeit und wird zu wertvollem Humus. Das richtige Gerät zum Laubsammeln ist der klassische Rechen, keinesfalls der natur- und gesundheitsschädliche, lärmende Laubbläser- bzw. -sauger!

-  Rasenschnitt, Laub, Brennesseln und anderen Kräuter sowie zerkleinerte Zweige können für eine auf Beete oder unter Hecken locker verteilte Mulchschicht zum Einsatz kommen. Diese schützt den Boden und Pflanzenwurzeln vom Austrocknen und vor starkem Frost. Mulch verhindert außerdem das Nachwachsen  unerwünschter Pflanzen. Nicht geeignet zum Mulchen sind Blätter und Zweige von Kirschlorbeer oder Thuja sowie Material von erkrankten Pflanzen. 

- Abgeblühte Stauden: Abgesehen davon, dass vor allem die Samenstände von Stauden wie Königskerze, Natternkopf und anderen Arten den winterlichen Garten attraktiver machen als bodennah zurückgestutzen Pflanzen und nackte Erde, sind diese verblühten Pflanzen keineswegs tot sondern bieten Winterfutter für Gartenvögel und sind unverzichtbarer Lebensraum für die nächste Generation diverser Wildbienen- und Schmetterlingsarten. Manche Larven verbringen sogar mehrere Jahre in den verholzten Stängeln. Deshalb empfiehlt der BUND, dass man auch im Frühjahr nicht alles "runtersäbelt" sondern zumindest einen Teil der Stängel stehen lässt, damit es  im Garten auch im nächsten Jahr wieder flattert und summt.

Zur Zeit treffen in der BUND-Geschäftsstelle vermehrt Anfragen zur Winterfütterung von Vögeln und zu Behandlung von untergewichtigen Igeln ein. Natürlich gibt es diverse Maßnahmen, Wildtiere über den "Winter zu retten".  Aber umso naturnäher und umso vernetzter Gärten und andere Grünflächen sind, umso mehr natürliche Nahrung und Unterschlupf sie bieten, desto seltener muss der Mensch mit zum Teil fragwürdigen Mitteln helfen.

Zahlreiche weitere Tipps und Hinweise findet man alphabetisch geordnet auf der Seite des BUND RV Neckar-Alb unter Umweltberatung.

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