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BUND Regionalverband Neckar-Alb
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Bauerntag in Hechingen, Referent Pollmer

Leserbrief zum Artikel über den Bauerntag in Hechingen: "Bloß keine Bioutopie", Tagblatt, 15.01.2017

Polarisierende Aussagen ist man von Udo Pollmer gewöhnt. Daher verwundert es nicht, dass er die Bedrohung der Landwirtschaft u. a. in den Bio-Einkäufen von "verwöhnten Söhne[n] und Töchter[n]" sieht. Tatsächlich gefährden ganz andere Faktoren bäuerliche Betriebe: Flächenversiegelung - unser Ländle spielt da ganz vorne mit - oder Bodendegradation, verursacht u. a. durch Monokulturen, Pestizide und unsachgemäße Düngung. Außerdem Landgrabbing, ein Thema nicht nur in Afrika sondern z. B. auch in Brandenburg, zunehmende Klimaextreme und natürlich zu niedrige Preise für Agrarprodukte. Wir denken, dass die Mitglieder des Tübinger Kreisbauernverbandes diese Probleme genau kennen, auch wenn mit Pollmer ein Referent zum Bauerntag eingeladen wurde, der sich weniger für bäuerliche Landwirtschaft sondern mehr für Feindbilder interessiert. Dabei gibt es mittlerweile zahlreiche Kooperationen zwischen Naturschutz und Landwirten (welche längst nicht alle nach Bio-Richtlinien produzieren) u. a. zum Schutz des Grundwassers und der Artenvielfalt.

A propos: Pollmer vergaß in seinem Vortrag zu erwähnen, dass die Folgekosten der von ihm gelobten Intensivlandwirtschaft die BürgerInnen tragen müssen. So läuft zur Zeit ein EU-Verfahren gegen Deutschland (und Frankreichs SteuerzahlerInnen zahlen bereits) wegen andauernder, zu hoher Nitratbelastungen des Grundwassers.

Behrend Dellwisch/Barbara Lupp 

Nahrungsmangel in der Blütezeit? - Weshalb Bienen hungern

 (BUND)

Leserbrief (September 2009) an das Schwäbische Tagblatt zur Nahrungssituation von Bienen:

Vielen Dank für den interessanten Bericht über Nahrungsmangel bei Honig- und Wildbienen in unserer blütenarmen Kulturlandschaft! Ergänzen möchte ich, dass nicht nur private Garten- und Gütlebesitzer, sondern auch Kommunen und Wohngenossenschaften, die über viele Hektar Grünflächen verfügen, mehr nektarreiche Pflanzen ansiedeln bzw. Wildkräuter zulassen sollten. Um diese Grünflächen für Bienen, Schmetterlinge und andere geflügelten Sommerboten einladender zu machen, reicht es, wenn man die wenig betretenen Abschnitte ca. 2 Mal im Jahr mäht, anstatt - sobald der erste Frühblüher es wagt, das Köpfchen über die "Normgrünhhöhe" zu strecken - diese mit dem Motormäher abzurasieren.

Nebeneffekt: Die oft eintönigen Wohnsiedlungen erhalten in der Vegetationszeit einen bunten, lebendigen "Rahmen". Bei sehr ordnungsliebende Bewohnern und Spaziergänger kann mit nett gestalteten Tafeln Verständnis für die bunten Wiesen geweckt werden. Rasenflächen, die aufgrund der hohen Mähfrequenz bereits stark artenverarmt sind, könnte man umgraben und z. B. mit der pflegeleichten und bienenfreundlichen "Mössinger Sommermischung" einsähen - diese kommt sogar bei "Einheitsgrünfans" gut an. 

Auf landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen leiden Bienen übrigens nicht nur unter Nahrungsmangel, sondern vor allem bei den sich immer weiter ausdehnenden Maisanbauflächen auch unter den Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln der Klasse der Neonikotionoide. Sie entfalten, wenn auch in der Regel nicht so auffällig wie beim durch "technische Fehler" ausgelöste Massensterben im Mai 2008,  auch bei Bienen ihre tödliche Wirkung. 

Ist Mais okay? - Kommt darauf an!

 (BUND)

Mais ist schon eine tolles Gewächs - als sogenannte C4-Pflanze kann es Wärme und Licht effizienter als viele andere Nutzpflanzen für sein Wachstum nutzen. Trotzdem ist die Lobeshymne auf den Mais im Artikel "Mais ist Okay" (Tagblatt, 5.09.2008) in Kombination mit diversen anderen Pro-Mais-Artikeln (zum Beispiel auf den Südwestpresseseite am 8.September) auffällig - vielleicht weil er in den letzten Monaten eher für Negativschlagzeilen sorgte? Herr Tippelt-Sander vom
Kreislandwirtschaftsamt vertritt im obengenannen Artikel unter anderem die Ansicht, dass sich wegen des (zunehmenden) Maisanbaus niemand um die Qualität der Böden sorgen muss. Unter optimalen Anbaubedingungen könnte man dem vielleicht zustimmen. Aber die Realität sieht anders aus: Nicht sachgerecht gebeiztes Maissaatgut gegen die Larve des Maiswurzelbohrers führte vor einigen Wochen zum Sterben ganzer Bienenvölker am Oberrhein und jeder aufgefundene Käfer sorgte für eine nur mäßig erfolgreiche Abwehrschlacht mit Insektiziden. Dabei wäre das wirksamste - und zum Beispiel in der Schweiz sehr erfolgreich eingesetzte - Bekämpfungsmittel gegen den obengenannten Käfer ebenso wie gegen den Maiszünsler eine mindestens dreigliedrige Fruchtfolge (also nicht Mais nach Mais nach Mais sondern im Wechsel mit anderen Nutzpflanzen). Davon würden auch zahlreiche Nützlinge und die Artenvielfalt an für sich profitieren.
Außerdem ist Mais auf hängigen Flächen hochgradig erosionsgefährdet, da er sehr spät aufläuft und der Boden somit bis in das späte Frühjahr hinein Starkregenereignissen ungeschützt ausgesetzt ist -"schön" zu sehen an den tiefen Erosionsfurchen in Maisäckern: Die Erde schwimmt die Feldwege hinunter und ist für den Acker unwiederbringlich verloren. Nicht zuletzt benötigt Mais, gerade weil er so ein "Spätzünder" ist, Schutz vor schneller wachsenden Wildkräutern - in der Regel durch intensiven Herbizideinsatz. Untersuchungen der Landesregierung zeigen außerdem, dass die Auswaschung von Nitrat in Grund -und Oberflächenwasser bei Mais höher ist als bei vielen anderen Nutzpflanzen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz lehnt Mais nicht grundsätzlich ab: Unbestritten bringt er in Biogasanlagen höhere Erträge als zum Beispiel Grassilage und ist ein wichtiges Futtermittel. Das Problem ist, dass nicht zuletzt aufgrund des Biogasbooms der Maisanbau in der Fläche ausgedehnt wird, also Maisäcker bis an Gewässerufer reichen sowie Wiesen für den Maisanbau umgebrochen werden und dass die Fruchtfolge verkürzt wird. Mit den obengenannten Folgen für Boden, Wasser und Artenvielfalt. Mais als Fruchtfolgeglied ist bei geeignetem Boden okay. Riesige, übrigens mit hohem Energieeinsatz betriebende Maismonokulturen auf karstigen Albböden sind dagegen ebenso wie einseitige Maisfruchtfolgen zum Beispiel am Oberrhein nicht okay! Das Deutsche Maiskomitee e. V., eine Lobbyvereinigung, die sich u. a. für die Subventionierung des Maisanbaus stark macht, darf sich unkritisch für Maismonokulturen ausprechen, der Vertreter einer Landwirtschaftsbehörde sollte sich dagegen differenzierter zum Maisanbau äußern! 

Bundesregierung verschuldet Genmais-Zulassung

 (BUND)

Pressemitteilung vom 11.02.2014

Bundesregierung verschuldet Genmais-Zulassung. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger: "Armutszeugnis für die Große Koalition"

Brüssel/Berlin: Das heutige Abstimmungsverhalten von Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich in Sachen Pioneer-Genmais-1507-Zulassung ist für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nicht nachvollziehbar.

„Die Bundesregierung hat auf ganzer Linie versagt. Obwohl überwältigende Mehrheiten der Verbraucher und der Bundesländer Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnen, obwohl die SPD und große Teile der CDU, das Bundeswirtschafts- und das Bundesumweltministerium gegen den Anbau des Genmais 1507 sind, stimmte Deutschland in Brüssel nicht dagegen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

„Das ist ein Armutszeugnis für die Große Koalition und ein Affront gegenüber allen Verbraucherinnen und Verbrauchern, die Gentechnik auf Äckern und Tellern ablehnen“, so Weiger.

Der BUND-Vorsitzende warf Agrarminister Hans-Peter Friedrich eine Täuschung der Öffentlichkeit vor: „Das Friedrich-Versprechen von nationalen oder bundesländerbezogenen Genmais-Verboten ist eine Mogelpackung. Dafür gibt es auf EU-Ebene keinerlei rechtliche Grundlage. Wenn Friedrich es mit dem Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft in Deutschland ernst meint, muss er für einen ausreichenden Abstand zwischen Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen und solchen, auf denen keine Gentech-Pflanzen wachsen, sorgen.“ Erforderlich seien außerdem ausreichende Abstände von Gentech-Feldern zu Bienenstöcken. Diese müssten sich am Flugradius von Bienen orientieren. Dazu gebe es auch einen einstimmigen Bundesrats-Beschluss vom November 2012, der bisher nicht umgesetzt worden sei. Weiger forderte außerdem fraktionsübergreifende Initiativen im Deutschen Bundestag gegen die Gentechnik.

 „Die Bundesregierung behauptet fälschlicherweise, es habe keine Rolle gespielt, ob sich Deutschland in der Abstimmung zur Zulassung des Gentech-Maises enthalten oder ob es dagegen gestimmt hätte“, sagte die BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer. Die erforderliche Mehrheit von 260 gezählten Stimmen gegen den Genmais-Anbau sei zunehmend greifbarer geworden. Hätte auch Deutschland den Anbau abgelehnt, wäre es für die EU-Kommission schwerer, eine Zulassung von Genmais 1507 gegen eine Mehrheit der Mitgliedstaaten durchzusetzen. 

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