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BUND Regionalverband Neckar-Alb
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Artenschutz

Schmetterlinge und Idylle

Dieser Leserbrief bezieht sich auf Artikel im Schwäbischen Tagblatt  vom 13.10.12

"Schmetterlinge statt Idylle"

Erst dachte ich, als ich den Titel "Schmetterlinge STATT Idylle" las, an feine Ironie - Irrtum! Zugegebener Maßen: Mitte Oktober wirkt selbst die bunteste Blumenwiese grünbraun-struppig. Und bis auf Heuhüpfer sowie einige Admiralfalter auf der Suche nach Fallobst scheint zur Zeit für Laien nicht viel darauf los zu sein. Trotzdem nicht nachvollziehbar, wie der Journalist darauf kommt, dass die Grünfläche für "den" Menschen an Attraktivität eingebüßt hat. Hat er zuvor auch z. B. Kinder und Blumenfreunde befragt, ob diese einen einheitsgrünen "englischen Rasen" tatsächlich idyllischer finden, der übrigens bei nicht ausreichender Bewässerung oft braun-vertrocknet daherkommt? 
Die Extensivierung - je nach Nährstoffgehalt muss ein oder mehrmals im Jahr gemäht werden um den Rasen zur Blumenwiese zu entwickeln - fördert nicht nur Artenvielfalt und Umweltbildung - es gibt zwei positive Nebeneffekte: 1. Man spart jede Menge Energie und Arbeitskraft, die man anderswo sinnvoller einsetzen könnte. 2. Hunde - so meine Erfahrung - setzen ihre Haufen viel lieber auf gepflegte Rasen anstatt in hohes Gras.
Der Städter ist doch ein gespaltenes Wesen: Er schimpft, wenn er auf dem Land unterwegs ist, über die Landwirte, die ihre ehemals blütenreichen Mähwiesen in oft geschnittenes, monotones Wirtschaftsgrünland umwandeln um damit Biogasanlagen oder Stallvieh zu füttern. In der Stadt dagegen können die Grünflächen - und zwar nicht nur die Fußballplätze oder Liegewiesen - nicht genug gepflegt sein!
Off topic: Weshalb müssen Bäume neben einer Sternwarte angeleuchtet werden - als "gelungenes" Beispiel für Lichtverschmutzung?


Barbara Lupp 

Eventplanung und Artenschutz – ein lösbarer Konflikt!

 (www.artenschutz-am-haus.de)

Die (behördlichen) Naturschützer sind ja solche Spaßbremser! Konzerte auf den Mühlbachäckern erhöhten die Attraktivität der Stadt, Gutachten seien an dieser Stelle aberwitzig und Artenschutz im Siedlungsgebiet sei (trotz Artenschwunds außerhalb) sowieso überflüssig, so die Spitzen von Stadt und Landkreis. Da sollten sich die Herren das vom Landkreis (!) getragene Projekt www.artenschutz-am-haus.de anschauen - hilfreich!

Der Konzertveranstalter selbst gibt sich da schon moderater. Er scheint auch der Einzige bei diesem "Deal" zu sein, der den gravierenden Planungsfehler erkannt hat: Denn schon 2015 war bekannt, dass durch Lärm und Licht der Nachwuchs von geschützten Fledermaus- und Vogelarten bedroht sein könnte. Man hatte also von städtischer Seite genug Zeit, dieses Mal gültiges Naturschutzrecht einzuhalten, das heißt, wenn schon kein anderen Konzertort als diese artenreiche Wiese, dann zumindest einen anderen Zeitpunkt (nach der Jungenaufzucht) zu suchen, Minderungsmaßnahmen zu ergreifen oder sich ganz ohne Hektik und Facebook-Empörung eine Ausnahmegenehmigung vom Tötungsverbot inkl. Ausgleichsmaßnahmen zu besorgen. Nicht nur in Tübingen werden immer wieder Events geplant, bei denen, weil ein Veranstalter sowieso viele Dinge zu beachten und zu organisieren hat, der Naturschutz, aber auch umweltfreundliche Anreise, Müllvermeidung usw. hinten herunter fallen. Nützlich ist hier auch die kostenlose Broschüre des BUND RV Neckar-Alb zum Thema. 

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