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BUND Regionalverband Neckar-Alb
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Wasserkraft an Flüssen

 (BUND / Wasserkraftanlage)

Positionspapier des BUND zur Erzeugung von Wasserkraft an Flüssen.

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Solarstromerzeugung und Photovoltaik-Freiflächenanlagen

 (BUND / Solaranlage)

Der Südwesten der Republik hat mit vielen Sonnenstunden gute Voraussetzungen für die Nutzung der Solarenergie. In den letzten Jahren ist Zahl der Solaranlagen auch dank der Vergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) deutlich gestiegen. Schon heute liegt die Photovoltaik in Baden-Württemberg auf Platz 1 unter den Erneuerbaren Stromquellen. Dennoch gibt es da deutlich Luft nach oben. Auf vielen Dächern, Fassaden und versiegelten Flächen gibt es noch viele freie Nutzungsmöglichkeiten.

Solarenergie lohnt sich

Mit ihren solarthermischen Anlagen, zur Warmwasserbereitung und Unterstützung der Heizung oder der eigenen Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, leisten bereits viele Tausend Bürger*innen einen wertvollen Beitrag zur Energiewende. Der BUND setzt sich dafür ein, die Nutzung der Sonnenenergie rasch auszubauen. 

Photovoltaik-Anlagen lohnen sich insbesondere dann, wenn man einen Teil des Stroms selbst nutzt und somit den Stromkauf beim Energieversorger einsparen kann. Eine solarthermische Anlage macht den*die Eigentümer*in unabhängig, da sie ohne Brennstoff und damit ohne Kosten warmes Wasser produziert.

Solaranlagen auf Acker und Wiese

Ebenso ist es möglich, Photovoltaik-Anlagen auf Acker und Wiesenflächen sowie ehemaligen Deponien zu errichten. Die Stromerzeugungs-Kosten dieser Anlagen sind geringer als bei Dachanlagen. Jedoch können hier Nutzungskonkurrenz mit der Landwirtschaft und Konflikte mit dem Natur- und Artenschutz auftreten. Der BUND spricht sich deshalb dafür aus, Solaranlagen bevorzugt auf Dachflächen zu errichten. Solarstrom aus Freiflächenanlagen sollte in erster Linie auf bereits genutzten und vorbelasteten Flächen wie Industriebrachen, Deponien oder Parkplätzen erfolgen. In ökologisch besonders wertvollen Gebieten wie Nationalparks, Naturschutzgebieten oder Kernzonen von Biosphärengebieten sollten generell keine Freiflächen-Anlagen gebaut werden.

In Baden-Württemberg ist es seit 2017 möglich, in begrenztem Umfang Photovoltaik-Anlagen auch auf Äckern und Wiesen zu errichten.

In weiten Teilen Baden-Württembergs können aufgrund einer Landesverordnung auf Acker- und Wiesenflächen Freiflächensolaranlagen errichtet werden. Um Konflikte zwischen Solarenergienutzung und Natur- und Artenschutz zu vermeiden fordert der BUND gemeinsam mit anderen Umweltverbänden von der Landesregierung einheitliche Vorgaben für die Planungsbehörden.

Daher hat der BUND gemeinsam mit anderen Umweltverbänden Vorschläge für einen behördlichen „Leitfaden Freiflächen-Solaranlagen“ erarbeitet.  

Atomkraft

 (Anti-Atom-Sonne / Sticker finden Sie in unserer Regionalgeschäftstselle)

Atomkraft? Nein Danke!

Die Atomenergie hat aus Sicht des BUND in einem zukünftigen Energiemix nichts mehr zu suchen. Zu groß sind die Gefahren, die von Atomkraftwerken ausgehen - selbst beim störungsfreien Normalbetrieb. Statt mit vorgeschobenen Argumenten die Laufzeit der Atomkraftwerke zu verlängern, fordert der BUND daher einen beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie.

Lesen Sie auch die BUND-Stellungnahme zum Störfall im schwedischen Atomkraftwerk Forsmark am 25. Juli 2006 (pdf, 58 KB):

Stellungnahme Forsmark

Alle Informationen zum Thema Atomkraft finden Sie auf der Sonderseite
www.bund-gegen-atomkraft.de

Mit dem BUND-Projekt Regionalstrom Schwäbische Alb können Sie sofort aus der Nutzung der Atomenergie aussteigen. Und Sie fördern damit auch noch neue, umweltfreundliche Stromerzeugungs-Anlagen. Das alles zu einem günstigen Strompreis.

Mehr Infomationen finden Sie hier: www.bund-regionalstrom.de  

 

 

 

 

Biogasanlagen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

 

BUND befürwortet den Bau umwelt- und regionalverträglicher Biogasanlagen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Regionalverband Neckar-Alb begrüßt die Planüberlegungen von Fairenergie in enger Kooperation mit Landwirten aus der Region eine Biomethan-Anlage bei Münsingen zu errichten. Bio-gasanlagen können die regionale Wert-schöpfung stützen, einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten und sie verringern die Abhängigkeit von endlichen, fossilen Energieträgern. „Die Biomethan-Anlage bei Münsingen könnte zu einem Vorzeigeprojekt für die vom BUND entwickelte Idee des Bioenergiegebiets bzw. Klimaschutz-gebietes Schwäbische Alb sein.“ so BUND-Regionalgeschäftsführerin Barbara Lupp. Aus Sicht des BUND muss Biomasse jedoch stets effizient eingesetzt werden, da ihre Potentiale begrenzt sind. Das bedeutet, dass wie von Fairenergie angedacht, neben der Stromproduktion eine sinnvolle Wärmenutzung stattfindet. Die Einspeisung von aufbereitetem Biogas ins Erdgasnetz ist eine zukunftsfähige Vorgehensweise, da sie Biomassequelle und Wärmeverbraucher zusammenbringt.
Die Landwirte sind die wesentlichen Akteure aber gegebenenfalls auch die Betroffenen bei Biogasanlagen auf der Alb, in deren Folge es zum Anstieg der Pachtpreise für landwirtschaftliche Flächen kommen kann. Zudem steht der Anbau nachwachsender Rohstoffe für die "stählerne Kuh" Biogasanlage in Konkurrenz zum Futtermittelanbau und zum Rapsanbau für Ölmühlen. Aber: Die Biogasanlage bietet auch ein weiteres Standbein für Landwirte, die Grasschnitt, Materialen aus der Landschaftspflege oder nachwachsende Rohstoffe zur Verfügung stellen können. Bodenschondender Mischfruchtanbau - wie in der Biolandwirtschaft seit langem praktiziert - liefert das geeignete Hauptfutter. Eine Anlage, die aufgrund ihrer Größe und Leistung allerdings eine deutliche Einschränkung der Fruchtfolge auf intensiv gedüngte und gespritzte Energiepflanzen (Mais folgt auf Mais folgt auf Raps folgt auf Mais...) und eine Ausdehnung dieser Flächen erfordern würde, ist dagegen, so Rainer Blum, Energiefachmann des BUND Regionalverbandes, mit den Zielen des Biosphärengebietes nicht vereinbar. Humuszehrung und Erosion, Grundwasser-verschmutzung, Gefährdung seltener und typischer Tiere und Pflanzen sowie die Ver-ödung des Landschaftsbildes müssen vermieden werden. Ebenso lehnt der BUND den Anbau gentechnisch veränderter Biomassepflanzen ab - im Biosphärengebiet, das zudem noch zum großen Teil in der "gentechnikfreien Anbauregion Neckar-Alb" liegt, sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein! Die Größe und die "Fütterung" der Anlage müssen also, so der BUND, umwelt- und sozialverträglich sein. Diese Kriterien gelten übrigens für alle Nutzungen des Biosphärengebietes Schwäbische Alb: Für Tourismus, Verkehr, Landwirtschaft und für die Energieerzeugung -nicht zuletzt, weil davon die internationale Anerkennung durch die UNESCO abhängt!


Aus Sicht des BUND sollte bei den weiteren Planungen auch beachtet werden, dass biogene Reststoffe („Biomüll“), die bisher bestenfalls in der Kompostieranlage landen, ebenso wie Gülle bzw. Mist als Substrat für die Biogasanlage dienen können.
Dieses Projekt stellt eine große Heraus-forderung für Fachleute aus Landwirtschaft und Energiewirtschaft, Naturschutz und Politik dar: Sie müssen unter anderem zum Standort, zur Substraterzeugung und Beschaffung, Ausbringung und Energiebilanz klare Positionen und Werte ermitteln. Auch der Faktor Mensch darf nicht vergessen werden, so der BUND Regionalverband: Um das Biospährengebiet zu einer Klimaschutzregion
zu machen und die umweltverträgliche, regionale Wertschöpfung zu fördern, ist es wichtig, die Menschen in der Region früh-zeitig in Planungen zu einzubeziehen. 

Energiepolitik

 (Heide Schnitzer / Einzelne Windkraftanlage)

Energieerzeugung, Energieeffizienz und Energiesparen ist ein wichtiges Arbeitsgebiet des BUND. Weitere Infos finden Sie unter "Biogasanlagen" und "Atompolitik"

BUND lud zu einer Diskussionsveranstaltung über Windkraft auf der Alb ein

Aufhänger der Veranstaltung am 23.Juni ist der Vorrangstandort für Windenergie "Hohfleck" bei Engstingen. Dort sind aktuell fünf (ursprünglich sieben) Windkraftanlagen geplant. Nach der Begrüßung der gut 140 TeilnehmerInnen durch Waltraud Geiselhart vom BUND Reutlinger Alb erläuterte Dr. Martin Köppel (Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz) die gravierenden Folgen der Förderung und Nutzung von fossilen und nuklearen Energieträgern und der Notwendigkeit der Energiewende. Die Auswirkungen der Energieerzeugung aus Biomasse, Wasserkraft oder Wind - Thema an diesem Abend - sind jedoch für die Einwohner von Engstingen und anderen Albgemeinden direkter spürbar als z. B. die von Kohleverbrennung und Atommülllagerung. Auch der Artenschutz (z. B. des europaweit geschützten Rotmilans) und das Landschaftsbild sind betroffen und so entspann sich bereits nach diesem ersten Vortrag eine lebhafte Diskussion ob und im welchem Umfang man Windenergie auf der Alb dulden möchte. Martin Köppel verwies auf Publikationen des Dialogforums unter anderem auf die Praxisbeispiele zur Konfliktlösung Artenschutz - Windkraft.Dr. Claudius Müller vom Landratsamt Reutlingen und Lena Dölker vom Regionalverband Neckar-Alb erläuterten artenschutzrechtlichen Belange sowie die Abstimmung der verschiedenen Planungsebenen - zugunsten von Bevölkerung, Gemeinden, Naturschutzverbänden als "Träger öffentlicher Belange" und Windkraftprojektierern. 

Leserbrief des BUND OV Reutlinger Alb zu Windkraft März 2017

Leserbrief Windkraft OV Reutlinger Alb 3/17

 Nachdem die Windkraftgegner vergeblich versucht hatten mit Naturschutzgründen gegen die Windräder auf dem Hohfleck zu argumentieren, musste nun der Denkmalschutz herhalten.

Mann reibt sich die Augen und kommt aus dem Wundern nicht mehr heraus: Alte Zitate werden ausgegraben – wohl in Ermangelung wirklicher Argumente.
Immer wieder muss man in Erinnerung rufen, dass die Windräder nur in vier Prozent der Blickrichtungen mit dem Schloss in Deckung zu bringen sind! Wo war denn der Denkmalschutz, als z.B. das Reutlinger Rathaus gebaut wurde? Hier lässt sich der Betonbau viel öfter mit der gotischen Marienkirche in Deckung bringen! Oder Hochhäuser in unmittelbarer Umgebung des Tübinger Tors. Schnell bemerkt man, dass hier Argumente vorgeschoben werden, um unliebsame Veränderungen in der Energieversorgung zu torpedieren, damit die fossile und Atomindustrie sich weiter die Taschen füllen kann. Das Spiel kennen wir schon: Im Ortskern von Trochtelfingen sind z.B. aus Denkmalschutzgründen Solaranlagen verboten, die man von unten gar nicht sehen kann. Der immer präsente Automobilverkehr, der mit seinen Abgasen die Bausubstanz gefährdet und prima zu den Fachwerkhäusern passt(!), macht den Denkmalschützern dagegen gar nichts. Ein schwaches Bild bietet unser Landrat, von dem man den Eindruck hat, dass er nun froh ist, sich nicht weiter mit dem Thema auseinander zu müssen. Da entpuppen sich die Stellungnahmen zum Klimaschutz als Sonntagsreden. Dass die Synthese aus Alt und Neu auch interessant sein kann und regenerative Energie sogar alte Gebäude schützt, ist bei diesen Denkmalschützern offensichtlich bisher nicht angekommen. Und wieder fragt man sich warum die Dienstherren in Stuttgart solche Stellungnahmen nicht zurückpfeifen.

Vorstand des BUND OV RT Alb

Waltraud Geiselhart, Thomas Goerlich, Gerd Hummel, Bianca Mauser, Alfred Schuster und Dagmar Fuchs 

Stellungnahme zur Windenergieanlage am Hohfleck

Der BUND zu der geplanten Aufstellung von Windenergieanlagen auf dem Hohfleck Stellung bezogen. Diese Stellungnahme finden Sie hier. 

Windkraftanlagen auf dem Hochfleck

Leserbrief von BUND-Mitglied Waltraud Geiselhart (Enstingen) zu den Windkraftanlagen auf dem Hochfleck, veröffentlicht im Reutlinger Generalanzeiger am 18.10.2014:

Es kann doch nicht sein, dass man alle Kriterien was unsere Energie betrifft unter den Tisch fallen lässt. Mutmaßungen und Spekulationen über die Art des Verfahrens am Hochfleck sind eines der Hauptthemen der Windkraftgegner. Erschütternd war da noch, dass es zunächst mal nur um visuelle Bilder ging, die Herr Bielefeld zeigte, der überall im Lande so manche Veranstaltungen „bereichert“ mit visuellen Bilder von Windkraftanlagen. Themen und Argumente zur heutigen Situation Energie u. Atomkraft, die bei Veranstaltung zum Thema Windkraftanlagen dazu gehören, wurden„als Statements“ kommentiert und interessierte keinen der Windkraftgegner. Natürlich ist das Landschaftsbild ein anderes mit Windkraftanlagen. Doch der Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose. Jeder von uns ist auf Energie angewiesen. Die sichere Endlagerung des strahlenden Mülls für Hunderttausende von Jahren ist bis Dato auch hier bei uns nicht gelöst. Darf nur das Argument gelten, Windkraftanlagen die das Landschaftsbild hier zerstören, gehören hier nicht her. Selbst vom Sternberg aus, sieht es beeindruckend aus, wenn man die Windräder in Münsingen sieht wie sie sich drehen. Kein Mensch stört sich mehr daran.

Jeder Tag an dem ein Atomkraftwerk länger im Betrieb ist, läßt den Atommüllberg größer werden. Da setze ich auch voraus,dass Windkraftanlagen-Gegner sofort damit einverstanden sind, wenn es die geologischen Beschaffenheiten hier zulassen, Atommüll bei uns einzulagern. Vielleicht eignet sich Lager Golf dazu? Da wurden doch zu Militärzeiten auf der Haid Atomraketen eingelagert, also der geeignete Platz ist doch schon vorhanden. Visuell nicht wahrnehmbar, das hat Priorität und zählt wohl in den Augen der Windkraftgegner, auch die Strahlungen der Atomenergie, sowie deren Abfälle. Man sieht sie nicht, weg, versteckt. Aus den Augen aus dem Sinn. Es ist doch ethisch nicht vertretbar, dass wir heute schon Atommüll für die nächsten 40.000 Generationen hinterlassen

Windkraftanlagen sollen woanders gebaut werden. Gilt auch hier wie bei der Endlagerung des Atommülls das Motto „Oh heiliger St. Florian, schütze mein Haus, zünd andere an. Es ist doch eine gute Sache, wenn die produzierte Energie die vor unserer Haustür ist keine weiten Wege zurücklegen muss. Strom gehört nicht dezentral erzeugt!

Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich unseren Enkelkindern Windräder zeigen kann, die Strom erzeugen für“unseren Strom“, den auch wir hier tagtäglich verbrauchen. Strom der „keine gesundheitlichen Schäden“ über hunderttausende von Jahren anrichtet an allen Menschen und Lebewesen die existieren!! Selbstverständlich möchte ich Ihre Bedenken nicht außer Betracht lassen und auch nicht Ihr Engagement für den Naturschutz, weil Wald gerodet werden muss. Aber ich denke man muss doch die Dinge und Fakten gegenüber stellen und abwägen. Jeden Tag werden in Deutschland 116 Fußballfelder Fläche mit Häusern und Straßen versiegelt. Das sind 81 Hektar täglich!! Geben wir dem soviel Beachtung und achten darauf, dass möglichst freie Flächen um das Eigenheim nicht versiegelt werden mit Pflastersteinen oder Teer. Wo ist das Aufbegehren, wenn immer wieder neue Baugebiete erschlossen werden, anstatt in alten Gebieten die Baulücken zu schließen.

Seit Jahren ist doch der Hochfleck anvisiert worden als Standort von WKA. Der Standort entstand doch nicht wie Phönix aus der Asche. Was ich nicht verstehe sind auch die Aussagen von Bürgervertretern,die jetzt Transparenz fordern. Transparenz war doch von Anfang an da. Was will man hier schüren und unterstützen? Es ist kein Geheimnis, dass RWE, EON, und andere Großkonzerne stark daran interessiert sind, dass Atom- und Kohlekraftwerke ihren festen Platz und Akzeptanz in unserem Land bei behalten! Weil sie in der Vergangenheit hunderte von Millarden Subventionen erhielten für IhreEnergie-Geschäfte und sie sich auch die Zukunft ihrer unrentablen, umweltverschmutzenden Kraftwerke durch uns Bürger weiterhin mehrfach bezahlen lassen. Planungsrechtlich läuft von Seiten der Behörden doch alles nach Vorschrift. Das sollte doch der Veranstalter Herr Wälder auch wissen. Oder arbeiten seine Kollegen im Amt so schlecht, dass er seinen eigenen Arbeitgeber kritisieren muss? 

Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg

Der Naturschutzbund (NABU) Baden-Württemberg und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Baden-Württemberg begrüßen die Absicht der Landesregierung, über eine Änderung der gesetzlichen Vorgaben im Landesplanungsgesetz die Windenergie in BadenWürttemberg beschleunigt auszubauen. Die Windenergienutzung hat hierzulande ein großes Ausbaupotenzial das – wenn die Anlagenstandorte gut gewählt und die Anlagen naturverträglich betrieben werden – sich vergleichsweise gering negativ auf die Biologische Vielfalt auswirkt. Allerdings ist eine gute Planung essentiell, denn an den falschen Standorten errichtet können Windenergieanalagen sich sehr negativ auf die Biologische Vielfalt auswirken; etwa durch den Vogel- und Fledermausschlag, Störeffekte von Rast- und Brutvögeln und Störungen bei der Wanderung von Vö- geln und Fledermäusen. Massive Schädigungen der Biologischen Vielfalt sind unzulässig und würden mittelfristig auch zu einem Akzeptanzverlust der Windkraft führen. Windenergienutzung und Naturschutz schließen sich nicht aus, wenn der „richtige Rahmen“ für den Ausbau der Windkraft gesetzt wird. Jegliche Form der Energieerzeugung ist mit Eingriffen in die Natur und Umwelt verbunden. Durch die Erzeugung in kleineren dezentralen Anlagen wird die Energieversorgung ehrlicher und fairer, da die Auswirkungen unseres Energiekonsums vor unserer Haustür stattfinden. Die Nutzung der Windenergie bietet zudem den Vorteil einer Stromerzeugung zu relativ günstigen Kosten, bei schneller energetischer Amortisation der Anlagen. Bei entsprechender Ausgestaltungbesteht die Chance, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt und viele Menschen auch wirtschaftlich profitieren. BUND und NABU fordern die Landesregierung darum auf, sowohl einen schnellen und kraftvollen, als auch einen naturverträglichen Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg voranzutreiben. Alle Akteure beim Ausbau der Windkraft aufgefordert, sich konstruktiv und engagiert bei der so genannten Energiewende zu beteiligen. Wie ein nachhaltiger Ausbau der Windkraft möglich sein kann, wurde in diesem Hintergrundpapier unter Beteiligung zahlreicher Experten aus Verbänden und Wissenschaft erarbeitet.

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Leserbrief zur Bürgerveranstaltung zur Windenergie in Donnstetten im Mai 2017

Bezug

Windkraft? Bei uns nicht!

Im Artikel zur Bürgerinitiative in Donnstetten kommen leider nur die Gegner der Windkraft zu Wort, auch der Bürgermeister versucht mehr diese zu beschwichtigen als klare Position zu beziehen. Der Betreiber überlege ob er am Standort festhalte – wenn dieser wie behauptet nicht wirtschaftlich wäre, würde er sich doch schon allein aus diesem Grund zurückziehen. Die anderen aufgeführten Kritikpunkte sind Teil des Genehmigungsverfahrens nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz, in dessen Rahmen auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wird. Eiswurf und Infraschall sind nach aktuellen Erkenntnissen nicht bedenklich, da sie nur selten auftreten und eine geringe Reichweite haben, die unter dem vorgeschriebenen Mindestabstand liegt. Insofern lässt sich den Einwänden der Interessengemeinschaft durchaus etwas entgegnen!

Auf die Spitze treiben es aber die Lenninger, die sich allein daran stören „dass die drei möglichen Windkraftanlagen von mehreren Flächen in Schopfloch aus zu sehen wären“. Das ist bei modernen Anlagen mit über 100m Nabenhöhe schlich nicht zu vermeiden – wenn man dieser Argumentation folgt, könnte in Baden-Württemberg die Windkraft nicht weiter ausgebaut werden.

Bleibt die Frage nach Alternativen. Photovoltaik auf Gebäuden ist begrenzt, Freiflächenanlagen benötigen wie Biomassenutzung viel Platz, Geothermie und Wasserkraft sind nur in bestimmten Regionen nutzbar sind. Kraftwerke mit fossilen Brennträgern sind wegen des Klimawandels ein Auslaufmodell, und greifen auch in Natur und Landschaftsbild ein. Als lokales Beispiel sei hier das Kohlekraftwerk in Altbach aufgeführt, dass man nicht nur in den Nachbargemeinden sondern noch vom Albtrauf aus sehen kann. Wenn regenerative Energieträger an weniger besiedelten Standorten ausgebaut werden, bedarf es wiederum langer Stromtrassen. Auch gegen diese formt sich oft lokaler Widerstand, selbst wenn auf teure Erdkabel zurückgegriffen wird. Motto: Not in my backyard!

Max Blon, Kirchheim/Teck 

Stellungnahme zum Regionalplan/ Windenergie

Die gemeinsame Stellungnahme der Naturschutzverbände aus der Region zu den Vorrangstandorten für Windenergie vom Mai 2017 finden Sie hier 

Biogasunfall im Gewerbegebiet Engstingen/Haid

Gülle energetisch verwerten ohne den Schutz der Umwelt zu vernachlässigen! 

BUND stellt nach dem gravierenden Unfall in der Biogasanlage im Gewerbegebiet Haid/Engstingen Fragen und Forderungen.

Immer wieder kommt es in Deutschland zu sogenannten Güllehavarien bei Transportunfällen, durch illegale Gülleausbringung insbesondere in Gewässer durch Betriebsunfälle wie der vom 11. Januar bei Engstingen. Thomas Goerlich, Mitglied des BUND-Regionalverbandvorstandes aus Trochtelfingen, hofft, dass das ausgeflossene Gärsubstrat trotz der großen Menge von 1,5 Mio Liter keine erheblichen Umweltschäden zur Folge haben wird. Denn die ammoniakhaltige, stinkende Flüssigkeit floss vor allem über versiegelte Gewerbefläche und konnte zu großen Teilen abgepumpt werden.Trotzdem deuten das in Folge des Unfalls übergelaufene Klärbecken bei Trochtelfingen sowie Gärflüssigkeit im Flüsschen "Seckach" darauf hin, dass Fließgewässer und ihre Fauna sowie Trinkwasserwasserfassungen bedroht sein könnten.

Große Teile der Schwäbischen Alb, so auch das Gebiet um Engstingen sind aufgrund des karstigen, wasserdurchlässigen Untergrunds zu Recht Trinkwasserschutzgebiet. Der BUND Regionalverband Neckar-Alb fordert deshalb eine intensive Überprüfung auf mögliche Verschmutzung - auch der Quellen am Albtrauf im Einzugsgebiet. Außerdem stellt der Umweltverband die Frage, weshalb diese Biogasanlage offensichtlich ohne ausreichend großen Auffangraum betrieben werden durfte. Der BUND kritisiert generell, dass für "Anlagen, die mit Gülle, Jauche usw. umgehen" so der §1 der Anlagenverordnung* für wassergefährdende Stoffe weniger strenge Schutzvorkehrungen gelten als für andere Anlagen, in denen z. B. mit Kraftstoffen oder Säuren gearbeitet wird. Diese aus Wasserschutzsicht nicht nachvollziehbare Ausnahme sollte gestrichen werden.

Der BUND Bundesverband hat 2016 unter dem Titel "Schlamperei, Pech und Sabotage im Umgang mit Gülle"* eine Übersicht über die jüngsten Güllehavarien in Deutschland erstellt. Neben dem "Dauerskandal" von vielerorts zu hohen Nitratwerten in überdüngten, landwirtschaftlichen Flächen schädigen diese Vorfälle den Ruf der Landwirtschaft und der Biogasbranche. Auch deshalb sind Behörden und Betriebe in der Pflicht: Mehr Kontrolle und sorgsamerer Umgang mit diesem wertvollen, aber umweltgefährdenden, nachwachsenden Rohstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung.

Anmerkung: Mittlerweile scheint klar zu sein, dass das ausgelaufene Gärsubstrat aus Lebensmittelresten und nicht, wie in zahlreichen Presseberichten publiziert, aus Gülle bestand. In der Zusammensetzung, den Auswirkungen auf die Umwelt und der rechtlichen Behandlung sind diese beiden Biogassubstrate jedoch vergleichbar.

* Link zu der zitierten BUND-Übersicht:
https://www.bund.net/themen/massentierhaltung/tierhaltung/guelleunfaelle/

* Hier die oben genannte Verordnung. Gleich in §1 wird erwähnt, dass die für den Wasserschutz wichtigen §§ 2, 5 und 6 aus nicht nachvollziehbaren Gründen u. a. für Biogasanlagen nicht gelten:
http://www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16491/2_3_05.pdf 

Land- und Forstwirtschaftliche Biomasse und Naturschutz in Baden-Württemberg

Stadtwerke Tübingen und Energiewende - Leserbrief

Leserbrief zu "Die erste Etappe....", Tagblatt 26.09.
www.tagblatt.de/Nachrichten/Die-erste-Etappe-der-Energiewende-ist-geschafft-347685.html

Die Stadtwerke Tübingen sind auf einem guten Weg, um zumindest auf
regionaler Ebene die Stromerzeugung von Kohle und Uran abzukoppeln.
Bundesweit wird die Energiewende von zu billigen CO2-Zertifikaten und
von der großzügiger Befreiung der Gr0ßverbraucher (im Gegensatz zu
Handwerksbetrieben und Haushalten) von der EEG-Umlage gebremst. Ein
weiterer Grund ist die landschaftszerstörende Braunkohleförderung.
Deutschland ist "dank" Unternehmen wie RWE und Vattenfall (laut
Kohleatlas, 2015) der weltgrößte Produzent von Braunkohle...und die
"will" verbrannt sein! Außerdem deckelt das reformierte EEG den Ausbau
der "Erneuerbaren" und damit den Klimaschutz. Allerdings muss der
Standort z. B. von Windenergieanlagen sorgfältig gewählt werden (BUND
und NABU kritisierten jüngst die oftmals fehlerhaften Gutachten zum
Artenschutz) und auch bei Wasserkraftanlagen oder Biogasanlagen müssen
Energieertrag und Folgen für Natur und Umwelt abgewogen werden....was
man allerdings auch bei der oben erwähnten Braunkohle oder gar der
Atomenergie tun muss! Erfreulich, dass bereits 50% des von den Tübinger
Haushalten produzierten Stroms aus Erneuerbaren stammt. Noch besser wäre
es, wenn auch Tübinger Unternehmen die Energiewende durch einen Umstieg
fördern würden. Gibt es dazu Zahlen? Schließlich lassen sich höhere
Stromkosten nicht nur in Privathaushalten sondern auch in Unternehmen
durch Energiesparmaßnahmen in der Produktion oder in Büros reduzieren.

Barbara Lupp  

Strompreis immer teurer - Energiewende schuld?

Das  im Tagblatt am 26. Februar 2016 geschilderte Lamento des Geschäftsführers der Stadtwerke Rottenburg über "staatliche Regulierungswut", Stadtwerke ohne Einfluss und Kosten der Energiewende verlangt eine Replik:

1. Während gerade Mieter auf die nicht unerheblichen Kosten für Wärme  
nur begrenzten Einfluss haben, lassen sich Stromkosten gut in Griff  
bekommen: a) durch Preisvergleich; so ist es bei geringem Verbrauch  
sinnvoll, zu einen (Öko-)Stromanbieter mit geringen Grundpreis zu  
wechseln.b) Durch Stromsparen ohne Komfortverlust: Kostenlose Beratung  
erhält man u. a.  beim  "StromSparCheck" der Caritas oder beim BUND.

2. Die für unsere Zukunft unverzichtbare Energiewende hat ihren Preis -  
obwohl die tatsächlichen Gestehungskosten für Strom aus Erneuerbaren  
sinken. Was Herr Beer nicht erwähnt: a) Einzelkunden tragen zur  
Finanzierung der Energiewende  im Vergleich zu großen Stromverbrauchern  
überproportional viel bei und b) Stadtwerke, die Strom aus Erneuerbaren  
bwz. Kraftwärmekopplung erzeugen, profitieren von ihr. Inwieweit die zum  
Teil sowieso sanierungsbedürftigen Stromtrassen bei einer Stärkung der  
regionalen Energiewende neu- und ausgebaut werden müssten, ist  
umstritten. Bedauerlich, dass die SWR als Mitglied im Verband kommun.  
Unternehmer (VKU) laut Beer anscheinend keinen Einfluss auf "diese  
Entwicklung" (=Gestaltung der Energiewende?) haben. Schließlich: Wir  
zahlen Unsummen für Subventionierung sowie die Folgen von Kohle und  
Atom(müll) - allerdings nicht per transparente Stromrechung!  

Leserbrief zum Landschaftsbild rund im mögliche WEA am Hohfleck, November 2015

Windkraft/Hohfleck/Zum Brief »Wir vertrauen auf die Einhaltung der Gesetze«, GEA vom 7. 11.
»Hohfleck bleibt am erfolgversprechendsten«

 Droht der Schwäbischen Alb eine verheerende Naturkatastrophe? Steht das schmucke Schlösschen Lichtenstein vor dem Untergang? Diesen Eindruck bekommt,wer die Plakate und Flugschriften der Windkraftgegner im Echaztal und auf der Engstinger und Sonnenbühler Alb studiert.

Ich wollte selbst einmal sehen, wie sich geplante Windkraftanlagen tatsächlich in der Landschaft auswirken würden, und betrachtete den Standort deshalb aus verschiedenen Perspektiven: An der Stelle, wo die fünf Windkrafträder aufgestellt werden sollen, steht derzeit ein Mast zur Windmessung, und so konnte ich einen ungefähren Eindruck bekommen, wie die Räder in der Landschaft aussehen würden. Die Anlage wird allerdings noch um die Hälfte höher ausfallen als der Messmast, denn die Länge eines Flügels kommt noch hinzu.

Erster Standort: der Albtrauf beim Burgstein. Von hier ist der Mast ziemlich weit rechts vom Schloss Lichtenstein zu sehen. Tatsächlich ist die anvisierte Anlage etwa drei Kilometer südwestlich vom Schloss, aber es geht ja um unsere Wahrnehmung von beiden. Aus dieser Perspektive wären die Windkraftanlagen dann etwa 2,5-mal höher als das Schloss, allerdings als Gruppe in einiger Entfernung von diesem und optisch nicht so wahrnehmbar wie auf den Plakaten gezeigt.
Zweiter Standort: Von der Anhöhe Richtung Greifenstein rückt die Anlage optisch etwas näher an das Schloss, aber immer noch nicht so nah, dass sie den Blick darauf dominiert. Ich behaupte sogar, dass sie an keiner Stelle im Hintergrund des Schlosses zu sehen sein wird, wie das auf den Plakaten und Flugblättern der Windkraftgegner als Fotomontage vermittelt wird.
Dritter Standort: Von Holzelfingen aus wird man sie am Horizont sehen, doch optisch haben sie auch aus dieser Blickrichtung so mit dem Schloss nichts zu tun wie auf den Plakaten.
Vierter Standort: Vom Tal wird die Anlage überhaupt nicht zu sehen sein.
Wenn Frau Mehl in ihrem Leserbrief behauptet, dass sie und ihre Mitstreiter »den vollen Durchblick haben«, muss ich das leider infrage stellen. Es ist keine seriöse Art, in einer Auseinandersetzung mit Flugblättern und Plakaten zu agieren, die irreführende Fotomontagen benutzen. Möglicherweise haben die Gegner Angst, dass eine realistische Fotomontage ihre Nachbarn gar nicht so aufregen würde. Panikmacherei mit angeblichen Bedrohungen durch Infraschall etc. sind ebenso fragwürdige Praktiken. Über die ästhetische Ausstrahlung von Windkraftanlagen kann man sich trefflich streiten. Um unseren Wohlstand zu sichern, dulden wir gerne Strommasten auf der Achalm, Hochspannungstrassen durch den Wald und Kohle-, Gas und Atomkraftwerke mit riesigen Ausmaßen. Die »Schönheits-Mängel« dieser Anlagen nehmen wir nicht wahr, die dauerhaften Schäden durch Ausbeutung der Rohstoffe und die Belastungen von Wasser, Erde und Atmosphäre blenden wir aus. Warum dann nicht Windkraftwerke?

Wir brauchen die Energie von Wind und Sonne, weil diese Arten der Energiegewinnung klimaschonend sind. Hohfleck bleibt einer der erfolgversprechendsten Standorte in unserer Gegend. Was wir aber in dieser Diskussion noch dringender brauchen, ist weniger Bild-Zeitungs-Stil, weniger Hysterie und dafür mehr Maß, mehr Wahrhaftigkeit in unserer Auseinandersetzung miteinander. Wir gewöhnen uns an einen immer raueren Umgangston und meinen, dieser sei notwendig und gerechtfertigt. Es gibt Vor- und Nachteile bei jeder Art von Energiegewinnung. Windkraftanlagen erzeugen kein CO2, amortisieren sich schnell, sogar an weniger windhöffigen Stellen, und können in kurzer Zeit auf- und abgebaut werden, ohne unbeherrschbare Altlasten zu hinterlassen.

Inzwischen gibt es eine ganze Palette an Maßnahmen, um die Tierwelt an ihren Standorten zu schützen. Die Gemeinde Sonnenbühl bekommt sogar Geld dafür. Ich finde, die fünf Windräder am weiten Horizont kann das schöne Alb-Panorama mühelos verkraften.

Ira Wallet, Vorsitzender BUND
Kreisverband Reutlingen/BfU
Reutlingen e.V.  

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