"(K)Eine Zukunft ohne Wachstum"?

Der BUND Regionalverband Neckar- Alb und die vhs Tübingen laden zusammen mit ihren Kooperationspartnern Landeszentrale für politische Bildung Baden- Württemberg und Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg zur Veranstaltungsreihe "Suffizienz- so viel du brauchst..." ein (Zeitungsartikel). Der Flyer mit Programm kann kostenlos heruntergeladen werden.

Podiumsdiskussion: "(K)eine Zukunft ohne Wachstum?"

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Soviel Du brauchst…“ von BUND RV Neckar-Alb und VHS Tübingen diskutierten Dr. Thilo Schäfer (Institut für Wirtschaft; Köln( und Prof. Rudi Kurz (Hochschule Pforzheim/ Wissenschaftlicher Beirat des BUND Bundesverbandes) die Notwendigkeit von Wirtschaftswachstum bzw. die Umsetzung von Suffizienz und Postwachstum.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Patricia Ober (VHS) und Barbara Lupp (BUND) führte Ulrich Narr (Heinrich-Böll-Stiftung) mit der aktuellen Meldung der Woche „Elmenau hat geliefert“ (in Bezug auf den G7) ein. Dabei erwähnte er die geplante Decarbonisierung (von fossilen zu erneuerbaren Energieträgern) und der damit verbundenen Frage nach Grünem Wachstum. Es folgte ein gut erläutertes Referat pro-Wachstum von Dr. Schäfer mit dem Fazit, dass das BIP als Indikator für Wohlstand kein Ziel, sondern ein Maß sei. Demnach solle man vielmehr „maßvolle Regulierungen“ also eine Art "Suffizienz" in der Politik anstreben, da ein Staat, dessen Wirtschaft nicht wächst, auch nicht in das Klima investieren könne (Zitat). Daraufhin folgte der rhetorisch sehr gute, wachstumskritische Vortrag von Prof. Kurz. Dieser betonte die Wichtigkeit des Naturkapitals als Teil es Wirtschaftswachstums, die Komplexität verschiedener Indikatoren und stellte eine Zukunft ohne Wachstum (Postwachstum) in Aussicht. Dabei gehe es um eine Wohlstandsteigerung bei gleichzeitig sinkendem Güterkonsum. Er endete mit der Erkenntnis, dass Wachstum nicht als allgemeiner Problemlöser gelten dürfe. Unter der Moderation von Jobst Kraus wurde im Anschluss über Flächenverbrauch als Konsequenz von Wachstum und die Möglichkeiten der Politik, durch Verbote Konsum in der „freien“ Marktwirtschaft einzuschränken, diskutiert.

Dr. Kurz zog auch aufgrund eines Diskussionsbeitrag, im dem die fehlende Vermittlung des Themas "Postwachstum" kritisiert wurde, das Fazit, dass zur Bedeutung von Wirtschaftswachstum (sei es BIP oder verwandte Berechnungsmethoden) unendlich viel geforscht und gelehrt würde, wie man jedoch mit ausbleibendem Wirtschaftswachstum umgehen solle und welche Strategien man entwickeln müsse, scheine dagegen an Forschungsinstituten und in der Politik kaum Thema zu sein. Daher sei ein erster Anstoß aus der Wissenschaft grundlegend für eine zukunftsfähige Entwicklung.



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