Glückliche Hühner und Energieholz

  • Foto: Barbara Lupp

Bei erfreulich gutem Wetter luden der BUND RV Neckar-Alb, die Hochschule Rottenburg und das Hofgut Martinsberg zur Besichtung eines Agroforstprojektes ein.

Gut 20 TeilnehmerInnen  ließen sich von Göran Spangenberg (Projektleiter von der HS Rottenburg) und Joachim Schneider (Inhaber des Bioland-Hofguts) den Nutzen von Hühnerhaltung und Baumplantage auf einer Fläche erläutern: In erster Linie profitieren die Legehennen von dem Auslauf mit Schatten und Schutz vor Habichtattacken.

Der Holzzuwachs bei den Pappeln und Weiden, insbesondere wenn man Schutzmaßnahmen vor wucherndem Beikraut in den ersten Jahren unterlässt, ist auf dem wenig fruchtbaren Boden vergleichsweise gering. Agroforstsysteme gibt/ gab es auch in Europa bereits seit vielen Jahrhunderten, als Beispiele wurden Obstbaumäcker bzw. Streuobstwiesen mit Beweidung oder Schweinemast im Wald (auch im an den Martinshof angrenzenden „Rammert“) genannt. Heutzutage, so Schneider und Spangenberg, ist für diese landswirtschaftliche Nutzung ein erheblicher bürokratischer Aufwand notwendig: So sind z. B.  nur bestimmte Gehölze sind für regelmäßiges „Auf-Stock-setzen“  zugelassen (Pappel- und, Weidenarten schon, aber z. B. Haselnuss nicht), baumbewachsene Flächen galten erst nach Überzeugungsarbeit als „Auslauffläche“.

Die TeilnehmerInnen konnten sich überzeugen, dass die Hühner und einige Begleithähne („sind neben der Warnung vor dem Habicht dazu da, die Damen glücklich zu machen“, so Schneider) sich gerade im Baumschatten sehr wohl fühlen und ihr Neugier- und Pickverhalten ausleben können. Sein Betrieb sei ein „Zwerg“ im Vergleich zu anderen Legehennenbetrieben, so Schneider. Die patentierten, fahrbaren Laufställe, in die die ExkursionsteilnehmerInnen einen Blick werfen konnten, sind sowohl aus Sicht des Tierwohls, als auch „arbeitstechnisch“ optimiert: Zur Nachhaltigkeit zählt für Schneider nicht nur das Biolandsiegel, sondern auch, dass er und seine MitarbeiterInnen gerne gut arbeiten und nicht aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen (z. B. im Bereich Eiersammeln und Stall reinigen) verschleißen, was zwei an der Exkursion teilnehmende MitarbeiterInnen bestätigten.

Trotz „bio“ und schönes Hühnerleben ist natürlich auch dieser Betrieb wirtschaftlichen Zwängen unterworfen: So handelt es sich bei den braunen bzw. weißen Hühnern um Hochleistungsrassen, die eiweißreiches Futter (u. a. aus selbst angebautem Soja) für gute Legeleistung benötigen.
In der Diskussion kam auch die Frage „was tun mit den männlichen Küken?“ bei auf Eierlegen (und nicht auf Fleisch ansetzen) spezialisierte Rassen auf. Bioland und Demeter, so Schneider, versuchen seit 2015 in einer gemeinschaftlichen Zuchtgesellschaft, ein „Zweinutzungshuhn“ (früher das übliche Hofhuhn!) zu züchten, dessen Haltung aufgrund seiner Leistung wirtschaftlich  sei. Denn auch „ökoaffine“ VerbraucherInnen sind nur begrenzt bereit, einen Aufschlag für Tierwohl zu bezahlen.
Die TeilnehmerInnen waren sich einig, dass die Hühnerhaltung des Martinshof und das Agroforstprojekt vorbildlich und deshalb die Eier von diesem Biolandbetrieb nicht nur gut schmecken, sondern auch mit gutem Gewissen gekauft werden können.


Barbara Lupp



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