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Klimaschutz im Biosphärengebiet Schwäbische Alb

Mit dem Biosphärengebiet wird eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung geschaffen. Dadurch sieht der BUND die Chance diese auch als Klimaschutzregion zu qualifizieren. So sollen die Erfordernisse von Natur- und Klimaschutz in Einklang gebracht und die Energiewende beispielhaft vorangetrieben werden.

Mit der vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb unterstützten Aktions- und Veranstaltungsreihe möchten wir für unsere Idee werben. Auch die Klimaschutzregion Reutlingen und das Umweltbildungszentrum Listhof in Reutlingen planen Veranstaltungen zu Energie- und Klimaschutz.


Hier finden Sie den Rückblick auf die Veranstaltungsreihe des Jahres 2011



Rückblick auf bereits stattgefundene Veranstaltungen

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Münsingen, 29.11.2011 Vorstellung der Potenzialstudie zur Klimaschutzregion Schwäbische Alb

Vom Häuslebauer zum Häuslesanierer

Der BUND Baden-Württemberg veröffentlicht anlässlich des Beginns der Weltklimakonferenz erste Resultate einer Studie zur Klimaschutzregion Schwäbische Alb

Münsingen.  „Klimaschutz muss wieder einen höheren Stellenwert  in Politik und Gesellschaft bekommen“, fordert Berthold Frieß, baden-württembergischer Landesgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), anlässlich der Vorstellung der Potenzialstudie zur Klimaschutzregion Schwäbische Alb, „zu Beginn der Weltklimakonferenz in Durban steht der internationale Klimaschutz am Scheideweg. In Durban wird entschieden, wohin die Welt steuert: Entweder in künftige Klimakatastrophen oder in eine verantwortungsvolle Zukunft mit weniger Umweltzerstörung.“ Die Staatengemeinschaft müsse bei der Bekämpfung der Klimakrise ein mindestens ebenso großes Engagement zeigen wie bei der Finanzkrise.

Die Industrieländer müssen als Hauptverursacher für den anthropogenen Klimawandel nun als Vorbilder bei der Senkung der Treibhausgase vorangehen. „Auch wenn Klimaschutzziele international festgelegt werden, muss jeder seine Hausaufgaben selbst machen. Baden-Württemberg braucht deshalb schnell ein Klimaschutzgesetz, in dem ambitionierte Klimaschutzziele formuliert und konkrete Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgase vorgegeben werden“, fordert Frieß die grün-rote Landesregierung auf, aktiv zu werden

Klimaschutz werde nur gelingen, wenn insbesondere durch Energieeinsparung und Effizienz der Ausstoß von Kohlendioxid massiv reduziert wird. „Mit einem Stromspar-Sofortprogramm könnte die Landesregierung neue Akzente setzen. Gleiches gilt für das öffentliche Beschaffungswesen, bei dem nicht nur der Preis, sondern die gesamten Lebenszykluskosten betrachtet werden müssen“, schlägt Frieß konkrete Maßnahmen vor.

Eine besondere Vorbildfunktion hat das Land bei der Gebäudesanierung inne. „Mit der energetischen Sanierung ihrer Immobilien können das Land und die Kommunen zeigen, dass sich solche Maßnahmen lohnen. Wir müssen vom Land der Häuslebauer zum Land der Häuslesanierer werden“, so der BUND-Landesgeschäftsführer.

Als Leuchtturmprojekt des Klimaschutzes möchte der BUND das Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu einer Klimaschutzregion weiterentwickeln. „Wir haben eine Potenzialstudie in Auftrag gegeben, die aufzeigt, welche Möglichkeiten es dafür in dieser Modellregion gibt und welche – auch ökonomischen – Effekte sich daraus ergeben. Die Schlüsselfaktoren sind Energieeinsparung, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien“, berichtet Frieß.

Kernidee ist es, die Versorgung der Region bis 2040 vollständig auf Erneuerbare Energien umzustellen. „Dies ist rechnerisch auf jeden Fall sehr gut möglich, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen“, erläuterte der BUND-Landesgeschäftsführer bei der Vorstellung der Studie am gestrigen Dienstag in Münsingen. Ein besonderes Augenmerk müsse auf die Reduktion des Wärmebedarfes für Gebäude gelegt werden, denn hier gibt es die größten Potenziale. Beim den Erneuerbaren Energien liegen die Hauptpotenziale im Ausbau der Windenergie.  Die gesamte Potenzialstudie wird Anfang 2012 veröffentlicht.

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Bericht von der 1. Veranstaltung


Das Kraftwerk im Einfamilienhaus?

Öffentlicher Vortrag im Rahmen der BUND-Veranstaltungsreihe zum Klimaschutz im Biosphärengebiet

Gut 40 Zuhörer und Zuhörerinnen verfolgten nach einer Einleitung durch den BUND-Regionalverbandsvorsitzenden Dr. Goerlich zu "Mehr Klimaschutz im Biosphärengebiet Schwäbische Alb"  Prof. Dr. Thomas Vortrag. Der Dozent der Fakultät Technik, Studienbereich Maschinenbau und Leiter des Forschungsinstitutes der Hochschule RRI (Reutlingen Research Institute) erläuterte allgemeinverständlich und mit viel Detailkenntnis die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Minikraftwerkstypen fürs eigene Heim: Am häufigsten sind stirlingmotorbetriebene BHKW mit geringen Wartungskosten aber relativ hohen Anschaffungskosten oder Gas-Ottomotoren-BHKW mit hohem Wirkungsgrad aber auch vergleichsweise hohem Wartungsaufwand auf dem Markt. Während die meisten BHKW bisher mit Erdgas betrieben werden (in wenigen Fällen bereits gemischt mit Biogas) könnten in Zukunft vermehrt Holzhackschnitzel bzw. Pellets die notwendige Wärmeenergie liefern.

Alle namhaften Heizgerätehersteller sind mittlerweile in den Bau dieser Minikraftwerke eingestiegen, weil sie aufgrund der steigenden Energiekosten und der politischen Rahmenbedingungen (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz für Wohngebäude) zunehmend gewinnbringend und für viele Gebäude eine sinnvolle Alternative zur klassischen Heizung und zugekauftem Strom sind.  Da BHKW schnell an- und abschaltbar sind, werden sie zukünftig zur Deckung von Bedarfsspitzen Strom in das Netz einspeisen und damit erneuerbare Stromlieferanten wie Sonne und Wind ergänzen. Auch auf die Frage: "Wohin mit der Wärme des BHKW im Sommer (außer zur Deckung des Warmwasserbedarfs)?" ging Prof. Thomas ein. Neben der Speicherung in Pufferbehältern steht mittlerweile die Technologie zur Umwandlung der BHKW-Wärme in Kälte für Kühlgeräte oder Klimaanlagen zur Verfügung.

Im Anschluss an den Vortrag konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer einige Modell-BHKW am Prüfstand der Hochschule besichtigen; unter anderem ein "flüsterleises" Gerät, das sich sogar im Wohnbereich aufstellen lässt.

Vor dem Hintergrund, dass (immer noch) annähernd die Hälfte der Energie in Baden-Württemberg für Gebäude- und Prozesswärme verbraucht wird, so der BUND,  ist die CO2-einsparende Technik der Kraft-Wärmekopplung in BHKW neben der Gebäudesanierung  zukunftsfähig und förderwürdig.

Die Aktions-und  Veranstaltungsreihe "Klimaschutz im Biosphäregebiet" wird durch das Biosphärengebiet Schwäbische Alb gefördert. Weitere Informationen unter www.bund-neckar-alb.de
(Barbara Lupp, 2011)

(Foto: E. Willmann)


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