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Kopfweidenprojekt

Weidentafel_Erlenbach

Erhaltung von Kopfweiden

AK Lebendiger Neckar Reutlingen setzt sich für den Erhalt von Kopfweiden ein

Kopfweiden stellen einen ästhetischen Blickfang in unserer Landschaft dar und sind von ökologisch wie kulturhistorisch hoher Bedeutung. Während in früheren Zeiten die Weiden als Brennstofflieferant dienten oder die Ruten flechtbarer Weidensorten z. B. für Hauswände, Körbe und Fischreusen und das leicht zu bearbeitende Stammholz für Butterfässer, Holzsschuhe usw. genutzt wurden, sind heute die Kenntnisse über die Verwendungsmöglichkeiten stark zurückgegangen.

Kopfweiden sind keine Baumarten im botanischen Sinn; es handelt sich vielmehr um eine durch besonderen Schnitt entstandene Baumform. Die namensgebenden Köpfe und die häufig vorhandenen Höhlen und Totholzanteile bieten einer Fülle von Arten Lebensraum: Vögel wie Steinkauz, Hohltaube, Gartenrotschwanz, Grau- und Trauerschnäpper sowie verschiedene Meisenarten und andere nutzen die Verstecke in alten Kopfweiden. Eine Vielzahl von Insekten und Spinnen sind Alt- und Totholzbewohner: So dienen Kopfweiden auch Wildbienen und Hornissen als Nahrungs-, Brut- oder Überwinterungshabitat.
Aufgrund des hohen Naturschutzwertes der Kopfweiden und infolge des drastischen Rückgangs der Kopfweiden-Bestände setzen sich die Mitglieder des Reutlinger Arbeitskreises Lebendiger Neckar in einem vom PLENUM Reutlingen geförderten Projekt für gezielte Erhaltungs- und Förderungs- maßnahmen ein.
Neben Pflanz- und Pflegeaktionen stellte der Arbeitskreis am Erlenbach (Nähe Sickenhausener Straße) auch eine Informationstafel auf, die eine breite Bevölkerung auf die hohe ökologische Bedeutung von Kopfweiden aufmerksam machen soll.

Martin Fellendorf vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Neckar-Alb: „Weiden stellen nicht nur die artenreichste Gehölzgattung auf der Nordhalbkugel, sie bieten auch einer unvergleichbar hohen Anzahl an Tieren Lebensraum. Nach einer Studie, die bei Stuttgart durchgeführt wurde, konnten allein 200 verschiedene Käferarten an Kopfweiden festgestellt werden. Eine Artenfülle, wie sie mancher eher in tropischen Regionen erwartet!“



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