Leserbrief (Oktober 2010) zur Problematik der städtischen Grünflächenpflege
Intensivgrün in der Stadt wirkt monoton und frisst Energie und Geld. Ausserhalb von Fußballrasen und Liegewiesen ist es kaum verständlich, weshalb der Rasenmäher auf städtischen Grünflächen, aber auch auf Grünflächen der Universität, der Krankenhäuser und der Wohnbaugenossenschaften mehrmals im Monat "für Ordnung sorgen" muß. Die notwendigen Kosteneinsparungen im städtischen Haushalt sollten als Chance verstanden werden, die Grünflächen naturnah zu entwickeln. Allerdings ist viel Planung und Überlegung bei der Ausführung notwendig, um bunte Wiesen als Lebensraum für Schmetterlinge, (Wild-)Bienen usw. und als Naturerlebnisorte für StadtbewohnerInnen zu schaffen. Es muss nicht immer die Mössinger Blumenmischung sein - auch Karlsruhe, Stuttgart und viele weitere Kommunen können als Vorbild dienen, sowohl was die extensive Pflege der Wiesen als auch was die Verwertung ihres Grünschnitts angeht.
Ein gutes Beispiel aus Tübingen für naturnahe Wiesenpflege ist ein Teil der Grünfläche linkerhand des Haupteingang des Finanzamts, ein schlechtes die, so scheint es, die komplette Nutzungsaufgabe der Wiese am Hechinger Eck. Ein kleiner Kostenfaktor mit großem Nutzen bei Extensivierungsmaßnahmen: Schön gestaltete Hinweisschilder, die die Anwohner und PassantInnen darauf hinweisen, dass es sich hier nicht um "Schlamperei" sondern um gezielte Maßnahmen für mehr Natur in der Stadt handelt.
Barbara Lupp