Torffrei in den Frühling

Pressemitteilung des BUND Regionalverbandes Neckar- Alb vom 30.03.2011

Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) schildert Alternativen zu Torf im Garten

Der Frühling ist da! Und damit die Gartensaison eröffnet und die Zeit gekommen Kleingärten, Parkanlagen und Blumentöpfe neu zu bepflanzen. Dabei drängt sich dann auch sehr schnell die Frage auf, in welchem Substrat die kleinen Pflänzchen die Anfänge ihres Lebens verbringen dürfen. Handelsübliche Anzucht- oder Blumenerden bestehen zumeist aus bis zu 90% Torf.  

Torf ist eine Ansammlung von nicht oder nur teilweise zersetzter pflanzlicher Produkte. Er entsteht unter Luftabschluss im Moor und wächst sehr langsam nach. In einem gesunden Moor entsteht 1 m Torf in etwa 1000 Jahren!

In Deutschland werden jährlich etwa zehn Millionen Kubikmeter Torf verbraucht, rund zweieinhalb Millionen davon werden an deutsche Freizeitgärtner verkauft. Deshalb kann der Bedarf an Torf schon lange nicht mehr nur aus deutschen Abbaugebieten gedeckt werden. Daher werden riesige Mengen an Torf, vorwiegend aus dem Baltikum, Skandinavien und Irland- nach Deutschland importiert, wodurch dort faszinierende  Naturlandschaften zerstört werden.

Moorgebiete bieten Lebensraum für zahlreiche hochspezialisierte und bedrohte Pflanzen- und Tierarten (wie dem schmalblättrigen Wollgras, dem rundblättrigen Sonnentau oder der Libellenart Hochmoor-Mosaikjungfer). Des Weiteren stellen Moore durch die Zurückhaltung großer Mengen von Wasser einen natürlichen Hochwasserschutz dar. Moorgebiete binden außerdem große Mengen an CO2, sie sind damit für den Klimaschutz unersetzlich. In Europa wurden durch menschliche Einflüsse bereits über 60 Prozent der ursprünglich vorhandenen Moore vernichtet.

Obwohl Torf als Bodenverbesserungsmittel vollständig durch Rindenhumus, Komposte, Kokosfasern und durch den Anbau von Gründüngungspflanzen ersetzbar ist, werden im Handel nach wie vor hauptsächlich torfhaltige Blumenerden angeboten. Teilweise werden auch Blumenerden mit einem Torfanteil von 60-80% bereits als „torfreduziert“ verkauft. Simon Drollinger vom BUND Regionalverband Neckar Alb empfiehlt: „Fragen Sie beim Einkauf nach torffreier Blumenerde.“ Zudem fordert er auch Kommunen auf torffreie Produkte zu verwenden.

Bezugsquellen von Kompost und Rinden-Mulch:
Landkreis Tübingen: Kompost Hof & Garten, Steinlachwasen 10, Dußlingen
Landkreis Reutlingen: Kompost-Hof Pfullingen, Selchental 2, Pfullingen
(Vorsicht: Blumenerde nicht torffrei!)
Landkreis Zollernalb: Fa. Jetter GmbH Grüngut-Technik in Balingen-Ostdorf

Der einfachste und günstigste Weg, gute Blumenerde zu erhalten, ist natürlich die Erde durch Eigenkompostierung selbst herzustellen.

 

 



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