Ist Mais okay? - Kommt darauf an!

Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera)

Mais ist schon eine tolles Gewächs - als sogenannte C4-Pflanze kann es Wärme und Licht effizienter als viele andere Nutzpflanzen für sein Wachstum nutzen. Trotzdem ist die Lobeshymne auf den Mais im Artikel "Mais ist Okay" (Tagblatt, 5.09.2008) in Kombination mit diversen anderen Pro-Mais-Artikeln (zum Beispiel auf den Südwestpresseseite am 8.September) auffällig - vielleicht weil er in den letzten Monaten eher für Negativschlagzeilen sorgte? Herr Tippelt-Sander vom
Kreislandwirtschaftsamt vertritt im obengenannen Artikel unter anderem die Ansicht, dass sich wegen des (zunehmenden) Maisanbaus niemand um die Qualität der Böden sorgen muss. Unter optimalen Anbaubedingungen könnte man dem vielleicht zustimmen. Aber die Realität sieht anders aus: Nicht sachgerecht gebeiztes Maissaatgut gegen die Larve des Maiswurzelbohrers führte vor einigen Wochen zum Sterben ganzer Bienenvölker am Oberrhein und jeder aufgefundene Käfer sorgte für eine nur mäßig erfolgreiche Abwehrschlacht mit Insektiziden. Dabei wäre das wirksamste - und zum Beispiel in der Schweiz sehr erfolgreich eingesetzte - Bekämpfungsmittel gegen den obengenannten Käfer ebenso wie gegen den Maiszünsler eine mindestens dreigliedrige Fruchtfolge (also nicht Mais nach Mais nach Mais sondern im Wechsel mit anderen Nutzpflanzen). Davon würden auch zahlreiche Nützlinge und die Artenvielfalt an für sich profitieren.
Außerdem ist Mais auf hängigen Flächen hochgradig erosionsgefährdet, da er sehr spät aufläuft und der Boden somit bis in das späte Frühjahr hinein Starkregenereignissen ungeschützt ausgesetzt ist -"schön" zu sehen an den tiefen Erosionsfurchen in Maisäckern: Die Erde schwimmt die Feldwege hinunter und ist für den Acker unwiederbringlich verloren. Nicht zuletzt benötigt Mais, gerade weil er so ein "Spätzünder" ist, Schutz vor schneller wachsenden Wildkräutern - in der Regel durch intensiven Herbizideinsatz. Untersuchungen der Landesregierung zeigen außerdem, dass die Auswaschung von Nitrat in Grund -und Oberflächenwasser bei Mais höher ist als bei vielen anderen Nutzpflanzen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz lehnt Mais nicht grundsätzlich ab: Unbestritten bringt er in Biogasanlagen höhere Erträge als zum Beispiel Grassilage und ist ein wichtiges Futtermittel. Das Problem ist, dass nicht zuletzt aufgrund des Biogasbooms der Maisanbau in der Fläche ausgedehnt wird, also Maisäcker bis an Gewässerufer reichen sowie Wiesen für den Maisanbau umgebrochen werden und dass die Fruchtfolge verkürzt wird. Mit den obengenannten Folgen für Boden, Wasser und Artenvielfalt. Mais als Fruchtfolgeglied ist bei geeignetem Boden okay. Riesige, übrigens mit hohem Energieeinsatz betriebende Maismonokulturen auf karstigen Albböden sind dagegen ebenso wie einseitige Maisfruchtfolgen zum Beispiel am Oberrhein nicht okay! Das Deutsche Maiskomitee e. V., eine Lobbyvereinigung, die sich u. a. für die Subventionierung des Maisanbaus stark macht, darf sich unkritisch für Maismonokulturen ausprechen, der Vertreter einer Landwirtschaftsbehörde sollte sich dagegen differenzierter zum Maisanbau äußern!

 

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Bundesregierung verschuldet Genmais-Zulassung

Pressemitteilung vom 11.02.2014

Bundesregierung verschuldet Genmais-Zulassung. BUND-Vorsitzender Hubert Weiger: "Armutszeugnis für die Große Koalition"

Brüssel/Berlin: Das heutige Abstimmungsverhalten von Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich in Sachen Pioneer-Genmais-1507-Zulassung ist für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nicht nachvollziehbar.

„Die Bundesregierung hat auf ganzer Linie versagt. Obwohl überwältigende Mehrheiten der Verbraucher und der Bundesländer Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnen, obwohl die SPD und große Teile der CDU, das Bundeswirtschafts- und das Bundesumweltministerium gegen den Anbau des Genmais 1507 sind, stimmte Deutschland in Brüssel nicht dagegen“, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

„Das ist ein Armutszeugnis für die Große Koalition und ein Affront gegenüber allen Verbraucherinnen und Verbrauchern, die Gentechnik auf Äckern und Tellern ablehnen“, so Weiger.

Der BUND-Vorsitzende warf Agrarminister Hans-Peter Friedrich eine Täuschung der Öffentlichkeit vor: „Das Friedrich-Versprechen von nationalen oder bundesländerbezogenen Genmais-Verboten ist eine Mogelpackung. Dafür gibt es auf EU-Ebene keinerlei rechtliche Grundlage. Wenn Friedrich es mit dem Schutz der gentechnikfreien Landwirtschaft in Deutschland ernst meint, muss er für einen ausreichenden Abstand zwischen Feldern mit gentechnisch veränderten Pflanzen und solchen, auf denen keine Gentech-Pflanzen wachsen, sorgen.“

Erforderlich seien außerdem ausreichende Abstände von Gentech-Feldern zu Bienenstöcken. Diese müssten sich am Flugradius von Bienen orientieren. Dazu gebe es auch einen einstimmigen Bundesrats-Beschluss vom November 2012, der bisher nicht umgesetzt worden sei. Weiger forderte außerdem fraktionsübergreifende Initiativen im Deutschen Bundestag gegen die Gentechnik.

„Die Bundesregierung behauptet fälschlicherweise, es habe keine Rolle gespielt, ob sich Deutschland in der Abstimmung zur Zulassung des Gentech-Maises enthalten oder ob es dagegen gestimmt hätte“, sagte die BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer. Die erforderliche Mehrheit von 260 gezählten Stimmen gegen den Genmais-Anbau sei zunehmend greifbarer geworden. Hätte auch Deutschland den Anbau abgelehnt, wäre es für die EU-Kommission schwerer, eine Zulassung von Genmais 1507 gegen eine Mehrheit der Mitgliedstaaten durchzusetzen.



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Im Praktischen Teil werden Brötchen und Aufstriche selbst hergestellt.

 

 

Bei einem Spaziergang Praxisbeispiele zur lokalen Energiewende besichtigen!

Die Spaziergänge finden im Rahmen des Uni-Projektes "Energielabor Tübingen - Gemeinsam zur Energiewende" statt, an dem auch der BUND beteiligt ist. Anmeldung und Details: s. Link

Weniger Vögel, stummer Frühling. Einige Forscher weisen auf die abnehmende Biodiversität hin, andere reden von Panikmache. Tatsächlich ist die Zahl der Vögel in Deutschland und Europa stark gesunken. Unter den zahlreichen Gründen sind Lebensraum- und Nahrungsmangel die relevantesten Faktoren. Diese Entwicklung hat ökologische und ökonomische Folgen. Um sie zu stoppen müssen wirksame Maßnahmen ergriffen werden. Bürger, Kommunen, Politik, Naturschutz und Landwirtschaft sind gleichermaßen gefordert.

 

  • Wann? 18. - 20. Oktober 2017
  • Wo? Evangellische Akademie Loccum
  • Kosten? Je Tagung ca. 170,- Euro (inklusive 2 Übernachtungen, Vollverpflegung und Tagungsgebühr)
  • Anmeldung unter diesem Link

 

 

Der BUND Kreisverband Zollernalb hat sein Veranstaltungsprogramm für 2017 herausgegeben - zwischen Februar und November geht es u.a. um Schwedisch Lappland, Nachtfalter und Pilze. Schau doch mal vorbei!

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