Zum Wunsch der Stadt bzw. der Kommunalvertreter 30 ha neue Gewerbefläche im "Galgenfeld" auszuweisen, hier die Position des BUND RV Neckar-Alb vom Juli 2016:

Man ist gewohnt, dass Kommunalvertreter wieder massiv Flächen für Gewerbe und Wohnen fordern - Bodenschutz, Naturschutz, Landwirtschaft scheinen da nur überwindbare "Planungsrestriktionen". Rund 30 ha am Stück bei Rottenburg ist allerdings schon "hervorragend", auch wenn absehbar war, dass der Neubau der B 28 die Attraktivität angrenzender Flächen für Gewerbe fördern würde.
Aber: Gerade vor dem Hintergrund der globalen Verknappung der Ressource Boden muss der  Flächenfraß auf kommunaler Ebene gestoppt werden. Böden sind die Basis der landwirtschaftlichen Produktion, sie dienen als Filter und Puffer, sowie, je nach Beschaffenheit und Bewuchs als unentbehrlicher Ausgleichskörper im Wasserkreislauf - gerade in Zeiten zunehmender Wetterextreme ist ihr Erhalt unentbehrlich! Erwähnenswert: Es dauert mindestens 100 Jahre bis sich 1cm Boden neu gebildet hat. Auch deshalb ist die großzügige Bevorratung mit Gewerbeflächen überholt.
Kommunen sollten sich, um vermuteten oder tatsächlichen Bedarf zu decken, vielmehr fragen: Ließen sich alternative Standorte z. B. durch Umwidmung ungenutzter bzw. unternutzter, bereits bestehender, versiegelter Gewerbe- oder Parkplatzflächen finden – entweder im Stadtgebiet oder  in der Region? Besteht prinzipiell der Zwang, (beinahe) jedes Gewerbe zu akzeptieren, oder kommt Flächenverbrauch nur dann in Betracht, wenn vom Investor im Bezug auf Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen hochwertige Nutzung zusagt?
Weiterer Knackpunkt: Wo und wie will man wirksame(!) Ausgleichsmaßnahmen für diesen großen Eingriff umsetzen? Kommunen und die von ihnen beauftragten Planungsbüros sind zwar mittlerweile Experten darin, Ausgleichs- oder damit verwandte Maßnahmen wie Ökopunkte sammeln, CEF-Maßnahmen usw. platzsparend zu realisieren; Zitat aus einem Berich zur "Unteren Halde Nord", Gomaringen: "der Vorteil ist, dass man keine Flächen dafür (für die Ausgleichsmaßnahmen) verbraucht." Aber damit zumindest ansatzweise funktionierende Ersatzlebensräume geschaffen sowie weitere Eingriffsfolgen gemindert werden, braucht es Fläche, braucht es Geld und Maßnahmenkontrollen. Außerdem würde auch beim Galgenfeld die Gefahr bestehen, dass die Landwirtschaft nicht nur direkt wegen des Baugebietes in Folge auf aufgrund der Ausgleichsmaßnahmen weitere Flächen verlieren würde. Der BUND RV Neckar-Alb würde es sehr begrüßen, wenn die Kommunalvertreter zukunftsfähig(er) denken und handeln würden!



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27. November 2017

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